Raiders-Präsident Wanker sieht einen bitteren Beigeschmack auf dem Titel der Grazer.

Gregor Purger und Armando Ponce de Leon haben von ihrer Möglichkeit der Öffnung einer B-Probe keinen Gebrauch gemacht. Damit erkennen die beiden Grazer Spieler das Ergebnis der A-Probe an und gelten somit des Dopings überführt.

Bei Armando Ponce de Leon wurde Tetrahydrocannabinol (THC) nachgewiesen, eine Substanz, welche aus der Cannabis (Hanf) Pflanze gewonnen wird.

Bei Gregor Purger wurde der Wirkstoff Ephedrin nachgewiesen. Die Substanz kommt in der Ephedra Pflanze vor, wird aber auch synthetisch erzeugt. Sie fördert den Muskelaufbau, kommt immer seltener aber auch noch in Grippe- und Erkältungsmitteln vor und wird zur Herstellung von Astmhasprays und Appetitzüglern verwendet.

Beide Substanzen unterliegen in Österreich auch dem Suchtmittelgesetz, Epehderin als Vorläuferstoff zur Herstellung von Amphetaminen, Cannabis als Suchtmittel an sich. Der Besitz und Erwerb dieser Substanzen (im Fall von Ephederin nur in konzentrierter Form) ist strafbar.

Stellungnahme & Strafausmaß
Beide Spieler haben nun die Möglichkeit zu ihrem Vergehen gegenüber dem AFBÖ Stellung zu beziehen. Danach wird der Verband eine Strafe gegen sie aussprechen. Purger und Ponce de Leon müssen mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren rechnen.

Zusätzliche Sanktionen möglich
Der Vorstand der Turek Graz Giants zeigte sich gar nicht darüber erleichtert, dass es in einem Fall ’nur‘ THC gewesen ist, eine Substanz der man immerhin keine besonderen Leistungssteigernden Eigenschaften zu spricht. Ganz im Gegenteil. THC stehe nicht nur auf der Liste der verbotenen Mittel, Besitz und Erwerb stelle noch dazu ein strafbare Handlung dar*. Die Toleranzgrenze liegt bei den Giants in Sachen THC bei Null. Man habe ein Nachwuchsprogramm und sei zur Vorbildwirkung verpflichtet.

Diesbezüglich werden die Giants das Strafausmaß des AFBÖ abwarten und lassen sich weitere Sanktionen gegen die Spieler noch offen. Gut möglich, dass das Duo auch vom eigenen Verein noch eine saftige Strafe kassiert.

Freiwillige Tests
Die Giants wollen die Causa in Folge auch offensiv angehen und ihre Spieler zu freiwilligen Doping-Tests animieren. Man sieht das Image des Vereins und des Sports angekratzt und will Klarheit schaffen. Die Giants seien keinesfalls ein Verein, der Doping in irgendeiner Form gutheißt oder gar toleriert.

Mediale Wellen
Die Tiroler Tageszeitung sieht ‚eine düstere Stunde für den ganzen Footballsport in Österreich‘, das Boulevard Blatt Österreich meint, dass die Raiders um den Titel gebracht wurden.

Raiders-Präsident Andreas Wanker wird von der TT mit den Worten zitiert: ‚Das Regulativ ist klar, das müssen wir akzeptieren. Aber es bleibt ein extrem bitterer Beigeschmack auf dem Titel der Grazer". Wanker sehe die Graz Giants mittlerweile als ‚moralischen Verlierer‘ der Austrian Bowl.

Denn sie wissen nicht, was sie tun?
Giants Manager Angelo Barsuglia gab in der Kronen Zeitung mittlerweile zu, dass ‚wir mit der NADA-Liste noch nicht so vertraut sind, wie wir es sein sollten‘ und möchte damit wohl verdeutlichen, dass es sich bloß um einen Irrtum gehandelt habe. Ebenso sieht die Sache AFBÖ-Präsident Michael Eschlböck, der den beiden Fällen die Etiketten ‚Blödheit‘ und ‚Unwissenheit‘ verlieh.

Fakt ist allerdings auch, dass mit Ephedrin in Vergangenheit nicht nur Schnupfen bekämpft, sondern auch gezieltes Doping betrieben wurde. Einen Vorsatz, an den der AFBÖ-Präsident nicht glauben will. Alle Zeichen würden dagegen sprechen.

*Der Konsum von Cannabis ist im Gesetz nicht ausdrücklich unter Strafe gestellt. Da aber Konsum ohne Besitz oder Erwerb von Cannabisprodukten unmöglich ist, ist mit dem Konsum immer eine strafbare Handlung verbunden.

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