NFL

  • Wie viele Verletzungen können die Patriots noch verkraften? Eine Frage, die sich nicht nur HC Bill Belichick stellt. Am Sonntag gab es nicht nur eine bittere zu null Niederlage gegen Miami, sondern auch die Ausfälle von DT Vince Wilfork und TE Ben Watson zu beklagen. Beide mussten mit Fußverletzungen das Spiel verlassen, bei beiden ist die Schwere der Verletzungen noch nicht bekannt. Ohne die beiden Erstrundenpicks des Jahres 2004 wird es für die Pats neben den massiven Problemen in der Secondary, auf der Linebackerposition und auf den Skill Positions aber nicht leicht, in den letzten drei Spielen als Sieger vom Platz zu gehen.
  • Eine Hiobsbotschaft gilt es auch für die Detroit Lions zu verkraften. RB Kevin Jones könnte sich im Spiel gegen Minnesota eine LisFranc-Verletzung am Fuß zugezogen haben (Informationen zur LisFranc-Verletzung gibt’s hier)und damit nicht für diese, sondern auch für Teile der kommenden Saison ausfallen. Sein Mitspieler LB Teddy Lehman hatte bereits solch eine Verletzung erlitten und musste damals 12 Monate pausieren. Für Jones wäre es ein enormer Rückschlag, da er in dieser Saison im System von Offensiv-Guru Mike Martz förmlich aufgeblüht war (1209 Total Yards, 8 TDs).
  • Don’t worry, be happy. Dieses Motto steht für Tampa Bay HC Jon Gruden auch weiterhin im Vordergrund. Die teils erbärmlichen Leistungen seiner Buccaneers (u.a. kein TD in den letzten 11 Vierteln, drei Niederlagen in Folge) scheinen ihn nicht im Geringsten bedenklich zu stimmen, wenn es um seine berufliche Zukunft geht. Die Niederlage gegen Atlanta bedeute auch das Ende jeglicher, theoretischer Hoffnungen auf die Playoffs und bedeutet die dritte Saison in vier Jahren mit negativer Bilanz. Gruden vertraut immer noch darauf, dass ‚die Söhne von Besitzer Malcom Glazer die richtigen Entscheidungen treffen werden […] und er noch langfrisitg involviert sein wird.‘


Monday Night Football

  • St. Louis Rams vs. Chicago Bears die Paarung im Monday Night Game und die Ausgangslage war relativ klar. Die Bears mit 10-2 standen bereits zuvor als Gewinner der NFC-North fest, die Rams mit einem 5-7 befanden sich im Duell mit den 49ers und den Packers um Platz 10 in der NFC. Die Schwäche der Herren aus Missouri ist gleichzeitig die Stärke der Männer aus Illinois. Auf die Chicago Defense war die gesamte Saison über Verlaß, gewinnen die Bears mit der Verteidigung selbst noch Spiele (23:13 vs. Vikings in der Vorwoche) in denen ihr Quarterback Rex Grossman es auf sagenhaft sechs komplette Pässe für 34 Yards bringt und dabei als Draufgabe noch drei Mal intercepted wird. So zählt der Kick- und Punt Return von David Hester auch zu den gefährlichsten Angriffswaffen der Bären.
  • Heute Nacht schlug der Mann gleich zwei Mal zu, illustrer Weise jedes Mal nach einem Passing-Touchdown von Rams Quarterback Marc Bulger auf Torry Holt. Aber der Reihe nach. Nach einem Punktelosen ersten Quarter gingen die Gastgeber durch Holt in Führung, Hester schlug postwendend mit einem 94 Yards Kick-Return-Touchdown zurück. Je ein Touchdown von St. Louis Runningback Steven Jackson und dem sich richtig in Geberlaune präsentierenden Rex Grossman (13 von 23, 200 Passing Yards, 2TDs, gar keine Interception!) mittels Pass auf Receiver Bernhard Berrian hielten das Spiel bis zur Pause bei 13:14 (Rams vergaben den ersten PAT) offen.
  • In der zweiten Halbzeit machte die Chicago Defense dann aber lange Zeit die Schoten dicht. Zwar spielte Bulger alles andere als eine schlechte Partie (34 von 55, 356 Passing Yards, 3 TDs, 1 Intc.), aber in entscheidenden Momenten standen die Herren rund um Brian Urlacher (8 Tackles, 2 Assists) am Posten. Drei Touchdowns in Serie für Chicago – eine Art Vorentscheidung. Runningback Thomas Jones, Wide Receiver Muhsin Muhammad und der dritte in der RB-Depth-Chart Chicagos, Adrian Peterson, erhöhten bis zu Beginn des letzten Viertels auf 13:35. Das Pendant zum ersten Spielabschnitt folgte – Touchdown Torry Holt & der dann schon obligatorische Kick-Return-Touchdown (dieses Mal über 96 Yards) von David Hester. Den Schlusspunkt setzten die Rams. Steven Jackson, nach Pass von Marc Bulger zum 27:42.

Fazit

  • Die Bears-Defense gewinnt Spiele, die ihre Offense eigentlich bereits verloren hat. Grossman verbucht immer wieder schwere bis schwerste Aussetzer, das scheint aber (noch) egal zu sein. Ob eine Mannschaft mit einem derart unkonstanten Spielmacher reif für die Superbowl ist bleibt allerdings abzuwarten. Grossman warf in der bisherigen Saison 20 Touchdowns und 17 Interceptions. Sieger sehen dann doch irgendwie anders aus. (Walter H. Reiterer)


College Football

  • Nach dem Abgang von HC Tom O’Brien zu North Carolina State muss sich Boston College nach Alternativen umsehen und scheint dabei rasch fündig geworden zu sein. Gestern wurde der Quarterback Coach der Pittsburgh Steelers, Mark Whipple, zum Bewerbungsgespräch gebeten. Wenn man allerdings die diesjährige Leistung der Pittsburgh Quarterbacks (insbesondere derer Ben Roethlisbergers) genauer betrachtet, sollte man sich in den Reihen der Eagles aber noch mal Gedanken über diesen Schritt machen.
  • Der ehemalige UCLA Head Coach und amtierende Offensive Coordinator von New Mexico, Bob Toledo, wird der neue HC von Tulane werden. Er wird dabei den glücklosen Chris Scelfo ersetzen, der die Green Wave nur zu einer enttäuschenden 4-8 Bialnz führen konnte.
  • In Alabama steht die Bowl Saison vor der Tür, die Spieler bereits sich brav auf die Independence Bowl gegen Oklahoma State vor, aber die Idylle wird durch ein Manko beträchtlich getrübt. Noch immer steht kein Head Coach zur Verfügung, der am 28. Dezember die Geschicke der Crimson Tide leiten wird. Seit der Entlassung von Mike Shula am 26. November gab es von den in Frage kommenden Trainern nur Absagen (u.a. West Virginia HC Rich Rodriguez, Miami Dolphins HC Nick Saban, South Carolina HC Steve Spurrier).

Martin Pfanner ([email protected])
Walter Reiterer ([email protected])

Ergebnisse

Monday, December 11, 2006
Chicago, St. Louis

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