Der erfolgreichste österreichische Runningback und einer der besten heimischen Spieler überhaupt in der Geschichte des rot-weiß-roten Footballs ist zumindest vorläufig in seine Heimat Tirol zurückgekehrt. Vorigen Samstag landete Florian Grein in Innsbruck um bereits einen Tag darauf an der Sideline der Raiders mit seinen Freunden und Kollegen Mario Rinner und Daniel Dieplinger die Big Boys der Innsbrucker zu coachen. Eine schwere Knieverletzung im NFLE Camp in Florida riss den sympathischen Austrian Bowl und EFAF Cup Champion im Frühjahr jäh aus seinen Träumen in der NFL Europe Fuß zu fassen. Doch so leicht gibt ein Tiroler nicht auf – Grein hat große Ziele und verliert diese nicht so schnell aus dem Blickfeld.
Fatale Reise
Leicht angeschlagen trat Grein im Frühjahr den Trip nach Tampa Bay an. Die NFLE rief zum Tryout und die Chancen für den Ausnahmeathleten einen Platz bei einem Team des europäischen NFL Ablegers zu ergattern waren damals mehr als gut. Es galt sogar als fast sicher, daß der Tiroler nicht nur ein Engagement, sondern auf Grund seiner Stärken auch genügend Spielzeit als National bekommen kann, um sich damit für höhere Aufgaben zu empfehlen. Grein macht auch heute keinen Hehl daraus, dass er Profi werden will (think big), arbeitet nach wie vor hart an sich und ist trotz des Rückschlags guter Dinge.
Doch bereits zu Beginn des Camps verletzte er sich am Knie. Kurz war noch die Rede davon, daß er nach einer Rehabilitation wieder dabei sein wird, doch die Verletzung war viel zu schwer um an eine rasche Rückkehr auch nur zu denken. Es folgte eine einzigartige Odyssee. Behandlung vor Ort in Alabama – Transfer nach Deutschland – Internierung – schlußendlich, vor 12 Wochen die OP. Seither ist er mehr oder weniger in Schutzhaft der NFLE. Zu groß erscheint dem Verband die Gefahr Grein könnte finanzielle Forderungen stellen, daher wird er erst aus der Rehab entlassen sein, wenn er wieder zu 100% wiederhergestellt ist. Das alles läßt den Tiroler kalt – es ist halt so. „Da muss ich durch.“
Anders als die anderen
Grein geht seinen Weg und akzeptiert gewisse Gegebenheiten so wie sie sind. Wie z.B. die Vikings zum Thema NFLE stehen (Präsident Wurm sagte schon vor Jahren offen diese kann ihm den Buckel runter rutschen), ist nicht sein Bier, denn er hat ganz andere Pläne.
Theoretisch könnte er auch auf Reverse die ganze Chose hinschmeißen, doch reagiert man seitens der NFLE bekannt nachtragend auf derlei „Fahnenflüchtige“. So absolviert Florian Grein auch jetzt noch regelmäßig seine Arztbesuche in Deutschland und bereitet sich auf die nächste Chance vor.
Raiders vorerst kein Thema
Obwohl Grein bereits einen Tag nach seiner Ankunft als Coach wieder in Diensten der Raiders stand, und die Türen für ihn bei den Men in Black weit offen stehen, denkt er nicht an eine Rückkehr als Spieler in Österreich. Sein Ziel ist ganz klar die NFLE und in Folge die NFL. Alleine das Coaching in der Rehab-Klinik habe ihn überzeugt, man wird ihn auch 2006 nicht in der AFL sehen, vorausgesetzt er bekommt einen Vertrag in der NFLE. Sollte er rechtzeitig fit werden, er rechnet mit einer völligen Wiederherstellung ab Dezember, wird er es noch einmal versuchen.

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