Gemischte Gefühle bei der Flag-Football-WM in Düsseldorf: Österreichs Frauen reagieren auf das Viertelfinal-Aus mit einem souveränen 42:26-Sieg gegen Spanien und spielen am Sonntag gegen Deutschland um Platz 5. Für die AFBÖ-Herren endet ein enttäuschendes Turnier hingegen mit einem historischen Tiefpunkt: Nach der 20:28-Niederlage gegen Großbritannien belegt Österreich den 15. und letzten Platz des Teilnehmerfeldes.

Starke Reaktion der Damen gegen Spanien

Im ersten Platzierungsspiel um die Ränge 5 bis 8 zeigte sich das Team von Head Coach Robert Riedl gut erholt von der deutlichen 12:40-Niederlage gegen Kanada im Viertelfinale.

Gegen Spanien, das im Viertelfinale dem Weltranglistenersten Mexiko nur knapp mit 26:27 unterlegen war, präsentierte sich Österreich von Beginn an konzentriert. Sowohl Offense als auch Defense funktionierten deutlich besser als noch im Viertelfinale.

Die Österreicherinnen erspielten sich bereits zur Pause eine komfortable 28:14-Führung. Auch nach dem Seitenwechsel ließ Rot-Weiß-Rot nichts mehr anbrennen und brachte den Vorsprung souverän über die Zeit. Am Ende stand ein klares 42:26.

„Das Spiel war sowohl von unserer Offense als auch unserer Defense überragend. Es war die richtige Reaktion nach der Enttäuschung im Viertelfinale“, zeigte sich Head Coach Robert Riedl zufrieden. „Wir haben uns das klare Ziel gesetzt, den fünften Platz zu holen. Dieser Sieg war der erste Schritt.“

Duell um Platz 5 gegen Deutschland

Am Sonntag um 10:30 Uhr treffen die AFBÖ-Frauen im abschließenden Platzierungsspiel auf Gastgeber Deutschland. Mit einem Sieg könnte Österreich Platz 5 erreichen und damit das bislang schwächste WM-Ergebnis der eigenen Geschichte aus dem Jahr 2018 egalisieren.

So erfreulich der klare Erfolg gegen Spanien auch ist: Österreich ging als Nummer 6 der Weltrangliste bereits vor dem Spiel vor den Spanierinnen. Der Sieg ist daher vor allem als wichtige Reaktion auf die deutliche Viertelfinal-Niederlage gegen Kanada einzuordnen.

Die Chance auf eine direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 ist für die österreichischen Frauen durch das Viertelfinal-Aus hingegen vorerst verpasst. Der weitere Weg Richtung Los Angeles führt nun über die kommende Europameisterschaft und ein mögliches kontinentales Qualifikationsturnier.

Historischer Rückschlag für das Herren-Team

Während die Damen eine starke Reaktion zeigten, setzte sich das enttäuschende Turnier der österreichischen Herren fort. Nach der 20:42-Niederlage gegen Israel im unteren Bracket folgte am Nachmittag gegen Großbritannien die nächste Niederlage.

Österreich unterlag den Briten mit 20:28. Damit beendet die Mannschaft von Head Coach Michael Salamon die Weltmeisterschaft auf dem 15. Platz.

Für den AFBÖ ist dieses Abschneiden ein massiver sportlicher Rückschlag. Der Verband hatte die Weltmeisterschaft als „strategisches Großprojekt“ bezeichnet und war mit einem rund 60-köpfigen Tross aus Spielern und Betreuerstab nach Düsseldorf gereist.

Österreichs Herren waren bei den vergangenen Weltmeisterschaften regelmäßig im Spitzenfeld zu finden, gewannen dreimal den Titel und standen 2024 noch im WM-Finale. Der Absturz in Düsseldorf markiert daher einen deutlichen Bruch mit dieser bisherigen Entwicklung.

Historische WM-Bilanz der AFBÖ-Nationalteams

Wie gravierend der sportliche Einschnitt bei dieser Weltmeisterschaft ausfällt, zeigt der Blick auf die bisherigen WM-Platzierungen der österreichischen Auswahlteams:

  • WM 2002: Herren – 1. Platz
  • WM 2004: Herren – 1. Platz
  • WM 2006: Herren – 4. Platz
  • WM 2008: Damen – 6. Platz; Herren – 10. Platz
  • WM 2010: Damen – 3. Platz; Herren – 6. Platz
  • WM 2012: Damen – 4. Platz; Herren – 1. Platz
  • WM 2014: Damen – 3. Platz; Herren – 7. Platz
  • WM 2016: Damen – 2. Platz; Herren – 4. Platz
  • WM 2018: Damen – 5. Platz; Herren – 2. Platz
  • WM 2021: Damen – 3. Platz; Herren – 6. Platz
  • WM 2024: Damen – 4. Platz; Herren – 2. Platz
  • WM 2026: Damen – Platz 5/6; Herren – 15. Platz

Die Entwicklung zeigt den deutlichen sportlichen Rückschritt. Österreichs Herren gewannen drei Weltmeistertitel und standen bei der WM 2024 noch im Finale. Die Damen holten seit 2010 bei jeder Weltmeisterschaft eine Top-5-Platzierung. In Düsseldorf ist diese Serie nun beendet beziehungsweise steht bei den Damen nur noch die Möglichkeit im Raum, sie mit einem Sieg gegen Deutschland zu egalisieren.

Jetzt geht es für die Damen um Platz 5

Die österreichischen Frauen haben damit am Sonntag noch die Möglichkeit, die Weltmeisterschaft mit einem versöhnlicheren Ergebnis abzuschließen. Gegen Gastgeber Deutschland geht es um 10:30 Uhr um Platz 5.

Für Österreichs Herren ist das Turnier hingegen beendet.

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9 Kommentare
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Jürgen Gatterbauer
Jürgen Gatterbauer
16. August 2026 13:34

Übrigens, die Damen bestritten 2008 in Montreal ihre erste WM, Platz 6 unter 7 Nationen, aber da war alles noch im Aufbau, nachdem Goofy Geyer und ich 2005 das Damen NT aus der Taufe gehoben hatten.

Jürgen Gatterbauer
Jürgen Gatterbauer
16. August 2026 15:07
Antwort auf  Redaktion

Von der jetzigen WM? das ist schwach.

Jürgen Gatterbauer
Jürgen Gatterbauer
17. August 2026 23:20
Antwort auf  Redaktion

Also ich war 2008 bei der WM in Montreal vor Ort und hab das Herren Finale Den-Can als Headref geleitet.

Jürgen Gatterbauer
Jürgen Gatterbauer
17. August 2026 23:22
Antwort auf  Redaktion

und schau mal, was das Internet über 2008 hergegeben hat..!! https://football-austria.com/flag-football-wm-2008-oesterreich-historisches-tief-kanada-mexiko/