Die European League of Football (ELF) steuert auf ihre bisher schwerste Belastungsprobe zu. Während CEO Zeljko Karajica zwar einen Spielplan für Ende Februar ankündigt, zeichnen Berichte von football-aktuell.de und der Rheinischen Post ein Bild der Instabilität: Ein massiver Team-Exodus, ein laufendes Insolvenzverfahren und völlige Unklarheit über die mediale Zukunft lassen Zweifel aufkommen, ob und in welcher Form die Saison 2026 überhaupt stattfinden wird.


Raiders Tirol ziehen die Reißleine – Vikings-Zukunft offen

Die Raiders Tirol haben ihren Vertrag mit der ELF offiziell aufgekündigt. Geschäftsführer Markus Wieser erklärte gegenüber football-aktuell.de, dass man lange auf Antworten der Liga gewartet habe, diese aber nie erfolgten. „Da es keinerlei Rückmeldung gab, hatten wir keine andere Option“, so Wieser. Die Tiroler wechseln stattdessen in die European Football Alliance (EFA), die sie als das „nachhaltigere Konstrukt“ ansehen.


Finanzielle Schieflage: Insolvenz in Eigenverwaltung

Hinter den Kulissen kämpft die Liga ums Überleben. Wie nun bestätigt wurde, befindet sich die ELF in einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Ein Sprecher des Verfahrens gab sich zwar optimistisch, dass konstruktive Gespräche mit Investoren laufen, doch die Realität an der Basis spricht eine andere Sprache. Teams wie die Helvetic Mercenaries klagen über ausbleibende, vertraglich zugesicherte Zahlungen und mangelnde Erreichbarkeit der Liga-Verantwortlichen.

Sandro Moor, Besitzer der Mercenaries, fand deutliche Worte: „Sie antworten weder auf Anrufe noch auf E-Mails oder Briefe.“ Auch die Schweizer haben die Reißleine gezogen und sich aus dem ELF-Projekt verabschiedet.


Das Rätsel um den Gamepass: DAZN schweigt

Zu den sportlichen und finanziellen Sorgen gesellt sich die mediale Ungewissheit. Die Rheinische Post hakte beim Streaming-Partner DAZN nach, wie es um die technische Umsetzung und Preisgestaltung des ELF Gamepass steht. Die Antwort: Schweigen. Weder zu Preismodellen noch zur Migration für Bestandskunden gab es konkrete Auskünfte.

Für die Fans bedeutet das: Wenige Monate vor dem geplanten Saisonstart ist völlig unklar, wo und wie die Spiele im Stream zu sehen sein werden – vorausgesetzt, es gibt überhaupt genug Teams für einen regulären Spielbetrieb.


Fazit: Eine Liga am Scheideweg

Zeljko Karajica hält trotz Insolvenzverfahren und Team-Abgängen an der Behauptung fest: „Die Saison 2026 wird wie geplant stattfinden.“ Doch mit dem Abgang der Raiders Tirol und dem Schweigen zahlreicher Top-Franchises wie Frankfurt oder Paris wirkt diese Ansage zunehmend wie Zweckoptimismus. Die europäische Football-Landschaft sortiert sich gerade neu – und die ELF droht dabei den Anschluss an ihre eigenen Gründungsmitglieder zu verlieren.

Ein aktueller Blick ins Netz sorgt für neue Spekulationen: Die offizielle Website der ELF ist seit Mittwochmorgen nicht mehr erreichbar. Zu den Hintergründen gibt es bislang keine Stellungnahme, die Ursachen bleiben unklar.

Zwar sind die Social-Media-Kanäle der Liga weiterhin online, üblicherweise erfolgt eine solche Veröffentlichung jedoch auch über die offizielle Website.

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