Die European Football Alliance (EFA) geht in die Offensive. Wie die Liga am Dienstag bekannt gab, werden die meisten Spiele der Premierensaison weltweit kostenlos und live auf YouTube gestreamt. Damit reagiert die Liga auf die veränderte Medienlandschaft nach der Insolvenz der European League of Football (ELF).

Während die Vorgängerliga noch massiv auf lineare TV-Verträge mit Sendern wie Pro7Maxx/ran in Deutschland oder Puls 24/JOYN in Österreich setzte, wählt die EFA unter CEO Eric Reutemann einen zugänglicheren Weg. „Wir bauen etwas Neues auf, und das beginnt mit Vertrauen“, so Charlie Elgeti, Head of Marketing & Communications. Durch den Verzicht auf Bezahlschranken will man die Barrieren für neue Fans so niedrig wie möglich halten.

Exklusiv: EFA-Marketingchefin Charlie Elgeti über Streaming-Strategie und TV-Pläne

Produktion auf neuem Level: Wer ist „Two Circles“?

Für die Umsetzung hat sich die EFA keinen Unbekannten ins Boot geholt. Mit Two Circles fungiert eine Agentur als Partner, die sonst für die UEFA, die Premier League oder die Formel 1 arbeitet. Die Produktion soll mit einem 9-Kamera-Setup erfolgen, was deutlich über dem Standard bisheriger europäischer Streaming-Lösungen liegt.

Two Circles ist vor allem für seine datenbasierte Strategie bekannt. Die Agentur hilft Sportverbänden dabei, ihre Fans nicht nur zu erreichen, sondern sie durch digitale Innovationen langfristig zu binden. Für die EFA bedeutet das: Professionelles Storytelling und Analysen statt einfacher „Point-and-Shoot“-Übertragungen.

Die Rückkehr der „Raiders Tirol“ auf die europäische Bühne

Besonders aus österreichischer Sicht ist der Deal spannend: Mit den Teams aus Tirol, München, Frankfurt, Paris, Kopenhagen und Prag ist die Liga geografisch kompakt, aber qualitativ hochwertig besetzt. Die kostenlose Verfügbarkeit könnte vor allem im DACH-Raum, wo die Football-Community nach dem Ende der ELF-Übertragungen im Ungewissen gelassen wurde, für einen schnellen Reichweitenaufbau sorgen.

Analyse: Risiko oder Geniestreich?

Der Verzicht auf klassisches Fernsehen ist ein Wagnis, aber ein kalkuliertes. In Zeiten von JOYN und YouTube schauen vor allem jüngere Zielgruppen kaum noch lineares TV. Indem die EFA den Content dorthin bringt, wo die Fans sind – und das ohne Abo-Kosten – könnte sie die Vormachtstellung im europäischen Football-Markt schneller zurückerobern als gedacht. Die große Frage bleibt jedoch die Refinanzierung der hohen Produktionskosten ohne TV-Gelder.

🚀 Update: EFA-Topspiel landet im Fernsehen

Zusätzlich zur globalen YouTube-Offensive hat die European Football Alliance einen weiteren namhaften Partner an Bord geholt: Der Sender sportdigital wird das wöchentliche Topspiel der EFA live übertragen.

Was bedeutet das für Fans in Österreich?
Obwohl sportdigital kein klassischer Free-TV-Sender ist, ist er für Sportfans bereits empfangbar. In Österreich ist der Sender unter anderem über folgende Plattformen verfügbar:

  • Sky: Integriert im Sport-Paket.
  • Canal+: Als Teil des Senderangebots.
  • Magenta & A1 TV: Meist in den zubuchbaren Sport-Optionen enthalten.
  • Digital: Verfügbar über DAZN oder die hauseigene App sportdigital+.

Hinweis: Während YouTube den Zugang für alle Fans kostenlos garantiert, richtet sich das Angebot auf sportdigital vor allem an Zuschauer, die bereits über ein entsprechendes Sport-Abonnement verfügen.

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