Die europäische Football-Landschaft kommt nicht zur Ruhe. Während die neue European Football Alliance (EFA) heute ihren offiziellen Spielplan für die Saison 2026 präsentierte, schlagen zwei Hiobsbotschaften Wellen: Der plötzliche Kollaps der Madrid Bravos und eine juristische Kampfansage von ELF-Boss Zeljko Karajica, die den gesamten Spielbetrieb der Konkurrenz-Ligen gefährden könnte.
Der EFA-Spielplan im zweiten Anlauf
Nachdem die AFLE bereits vorgelegt hat, zieht die European Football Alliance (EFA) nun nach. Der heute veröffentlichte Spielplan sieht eine ambitionierte Saison vor, in der die verbliebenen Top-Franchises wie die Raiders Tirol, Frankfurt Galaxy und die Munich Ravens das Rückgrat der neuen Allianz bilden sollen. Doch die Tinte auf dem Papier ist kaum trocken, da droht das Kartenhaus bereits an den Flanken zu bröckeln.
Schock in Spanien: Madrid Bravos lösen sich auf
Die wohl überraschendste Nachricht des Tages kommt aus Spanien. Nur sechs Tage nachdem die Madrid Bravos noch stolz Neuzugänge via Social Media präsentierten, verkündete das Franchise über Instagram überraschend seine Auflösung.
Dieser Schritt wirft ein grelles Licht auf die finanzielle Instabilität der neuen Strukturen. Dass ein Team, das bis vor kurzem noch aktiv am Roster für 2026 arbeitete, plötzlich den Stecker zieht, hinterlässt nicht nur ein Loch im EFA-Spielplan, sondern auch ratlose Spieler und Fans. Beobachter fragen sich: War die finanzielle Last der Abspaltung von der ELF doch zu groß?
Das Madrid-Rätsel: Warum der Spielplan erst im zweiten Anlauf hielt
Dass hinter den Kulissen der EFA bis zur letzten Sekunde gekämpft wurde, zeigt die Chronologie der Ereignisse am vergangenen Freitag. Ursprünglich hatte die Liga die Veröffentlichung des Spielplans bereits für den 6. März angekündigt. Tatsächlich tauchte kurzzeitig eine Version auf (die auf Plattformen wie elfdata noch Spuren hinterließ), nur um unmittelbar danach wieder einkassiert zu werden.
Heute ist klar: Der ursprüngliche Plan war mit den Madrid Bravos als siebtem Team kalkuliert worden. Dass die Madrilenen noch vor wenigen Tagen aktiv Spieler unter Vertrag nahmen, unterstreicht die Kurzfristigkeit des Rückzugs. Die EFA-Verantwortlichen mussten übers Wochenende das gesamte Konstrukt auf eine Sechser-Liga umschreiben, um ein Chaos mit kurzfristigen „Bye Weeks“ und ungleichmäßigen Belastungen zu verhindern. Der nun vorliegende Spielplan ist somit das Resultat einer Not-Operation, um die Stabilität der Allianz trotz des Verlusts eines Kernmarktes zu sichern.
Karajica untermauert juristische Ansprüche: „Verträge sind einzuhalten“
Während die EFA versucht, Normalität zu suggerieren, erhöht ELF-CEO Zeljko Karajica den Druck massiv. In einem aktuellen Interview mit Foot Bowl (und ausführlich auf YouTube) untermauerte er seine Position, die er bereits gegenüber der Süddeutschen Zeitung angedeutet hatte: Die ELF pocht auf die Gültigkeit bestehender Verträge.
In diesem Interview gibt der ELF-Geschäftsführer detaillierte Einblicke in die rechtliche Sichtweise der Liga auf die abgewanderten Teams und die aktuelle Sanierungsphase.
Laut Karajica haben fast alle Teams, die nun in der EFA (u.a. Raiders Tirol, Munich Ravens, Nordic Storm) und sogar eines in der AFLE (Berlin Thunder) gelistet sind, weiterhin rechtswirksame Kontrakte mit der European League of Football.
Die Kernpunkte seiner Argumentation:
- Kein einseitiger Ausstieg: Die ELF betrachtet die Abwanderung der Teams als Vertragsbruch.
- Insolvenz in Eigenverwaltung als Schutz: Karajica betont, dass die laufende Sanierung der ELF den Fortbestand der Liga sichern soll und kein Freibrief für Franchises ist, die Liga ohne Entschädigung zu verlassen.
- Juristische Konsequenzen: Sollten die Teams am Spielbetrieb der Konkurrenz teilnehmen, drohen massive Schadensersatzforderungen oder sogar einstweilige Verfügungen, die den Kickoff 2026 blockieren könnten.
Einordnung: Ein Trümmerfeld der Rechtsansprüche
Die Lage ist für Fans und Spieler gleichermaßen toxisch. Wir sehen derzeit drei parallele Realitäten:
- Die AFLE, die ihren Spielplan bereits vermarktet.
- Die EFA, die trotz des Verlusts von Madrid ihren Plan veröffentlicht hat.
- Die ELF, die im Hintergrund per Anwalt versucht, genau diese Pläne zu torpedieren.
Für die Raiders Tirol bedeutet dies eine gefährliche Hängepartie. Während sie im EFA-Plan als Zugpferd fungieren, betrachtet die ELF sie weiterhin als ihr Mitglied. Sollte Karajica ernst machen, könnte die Saison 2026 nicht auf dem Rasen, sondern in den Gerichtssälen entschieden werden.
📊 Die drei Ligen im Direktvergleich (Stand März 2026):
| Merkmal | AFLE (The League Europe) | EFA (Alliance) | ELF (European League of Football) |
| Status | Neugründung / Spielplan aktiv | Neugründung / Spielplan aktiv | Sanierungsverfahren / Insolvenz |
| Anzahl Teams | 8 Teams | 6 Teams (nach Madrid-Aus) | Unklar (Anspruch auf mehere Teams) |
| Top-Teams | Vienna Vikings, Rhein Fire | Raiders Tirol, Frankfurt Galaxy | (Juristischer Streit um Teams) |
| Saisonstart | 24. Mai 2026 | 15. Mai 2026 | Unbekannt |
| Besonderheit | Fokus auf Professionalität | „Destination Playoff“ Konzept | Pocht auf bestehende Verträge |






















Lustig wie jemand, der laut Medien mit mehreren Insolvenzverfahren (Austria Klagenfurt, ELF, irgendwelche Firmen,…) in Verbindung gebracht wird, noch immer so groß redet. Wie heißt es bei Gerichtsverfahren immer, für ihn gilt die Unschuldsvermutung, aber das ist von außen betrachtet alles mehr als ominös.