Die European Football Alliance (EFA) sorgt mit ihrer Streaming-Offensive für Gesprächsstoff. Im exklusiven Interview mit Football Austria nimmt Charlie Elgeti, Head of Marketing & Communications der EFA, Stellung zur TV-Zukunft, der Finanzierung ohne Paywall und der Konkurrenzsituation am europäischen Markt.
Die Entscheidung, die meisten Spiele der Premierensaison kostenlos auf YouTube zu zeigen, ist ein Statement. Doch wie nachhaltig ist dieses Modell und was erwartet die Fans im DACH-Raum? Wir haben bei der EFA-Zentrale nachgefragt.
YouTube als Anker – aber nicht exklusiv
Während viele Sportevents hinter Paywalls verschwinden, wählt die EFA den Weg der maximalen Zugänglichkeit. Dennoch ist YouTube laut Elgeti nur ein Teil eines größeren Puzzles. Auf die Frage nach weiteren Distributoren im DACH-Raum stellt sie klar:
„Wir planen nicht, dass YouTube unsere exklusive Plattform bleibt. Wir führen derzeit viele Gespräche mit anderen Sendern und Netzwerken, um sicherzustellen, dass wir ein möglichst breites Publikum erreichen.“
Refinanzierung: Reichweite ist die neue Währung
Eine 9-Kamera-Produktion mit einem Premium-Partner wie Two Circles ist kostspielig. Dass diese Qualität kostenlos angeboten wird, ist Teil einer langfristigen Wertsteigerung. Elgeti erklärt das Modell so:
„Unsere Strategie stützt sich nicht auf eine einzige Einnahmequelle. Wir betrachten die kostenlose Verbreitung auf Plattformen wie YouTube als Mittel, um die Reichweite zu maximieren und den Gesamtwert unseres Produkts zu steigern. Auf dieser Basis können wir ein nachhaltigeres Modell aufbauen, indem wir unsere digitalen Kanäle monetarisieren und Sponsoring-Möglichkeiten integrieren.“
Fokus auf Stabilität statt Konkurrenzkampf
In einem Markt mit mehreren Neugründungen positioniert sich die EFA bewusst als zugängliche Alternative. Elgeti sieht darin jedoch keinen klassischen Verdrängungswettbewerb gegenüber anderen Ligen wie der AFLE:
„Wir betrachten dies nicht als Kampf. Wir wünschen der AFLE viel Erfolg; das Wachstum des Sports in ganz Europa kommt allen Beteiligten zugute. Unser Fokus liegt auf dem Aufbau eines nachhaltigen Liga-Modells. Die Entscheidung für eine offene Streaming-Plattform ermöglicht es uns, Hürden für Fans abzubauen und unser Publikum organisch zu vergrößern.“
Die Sprache der Liga: Englisch mit lokalen Optionen
Für die pan-europäische Reichweite setzt die EFA zentral auf Englisch. Doch für die Fans in den Kernmärkten wie Österreich könnte es individuelle Lösungen durch die Franchises geben:
„Auf Liga-Ebene wird unser zentrales Inhaltsangebot auf Englisch bleiben, um Klarheit und Konsistenz zu gewährleisten. Wir prüfen jedoch weiterhin, wie wir dies auf lokaler Ebene am besten widerspiegeln können, einschließlich Diskussionen darüber, was jede Franchise für ihre Kernmärkte umsetzen möchte.“
Über Charlie Elgeti: Sie leitet das Marketing und die Kommunikation der European Football Alliance (EFA). Das Interview wurde im April 2026 von Walter Reiterer für Football-Austria geführt.




















