Kurz vor dem Kickoff der Saison 2026 folgt die Ernüchterung: Die Danube Dragons haben ihr zweites Team vom Spielbetrieb der Division 2 abgemeldet. Was als Einzelschicksal aufgrund von Verletzungen kommuniziert wird, entpuppt sich als Fortsetzung einer alarmierenden Serie. Seit der Pandemie-Pause ist es dem Verband nicht gelungen, eine Saison mit allen gemeldeten Teams zu starten.

Eigentlich war alles bereit für den Auftakt in der Division 2, doch der Spielplan der Gruppe B muss nun kurzfristig umgeschrieben werden. Wie der AFBÖ offiziell bestätigte, werden die Danube Dragons 2 in diesem Jahr nicht antreten.

Die Auswirkungen für die Division 2 (Gruppe B) sind drastisch: Die Blue Hawks, AFC Mustangs, AFC Grizzlies und die Styrian Reavers verlieren jeweils zwei Spiele (Heim/Auswärts) – das entspricht 25 % des gesamten Grunddurchgangs.

Fokus auf die Kampfmannschaft

Die Entscheidung fiel den Verantwortlichen in Transdanubien nicht leicht, war aber offenbar alternativlos. In einer Stellungnahme erklären die Dragons, dass man durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Verletzungen und beruflichen Ausfällen nicht mehr über die notwendige Kadergröße verfügt, um zwei Teams sicher und kompetitiv durch eine lange Saison zu führen.

Um den Spielbetrieb der Kampfmannschaft in der AFL (Austrian Football League) nicht zu gefährden, wurden die verbliebenen Spieler des zweiten Teams in den AFL-Kader hochgezogen.

Die Dragons betonen jedoch, dass dies kein dauerhafter Abschied sein soll. Das Ziel bleibe weiterhin, jungen Talenten eine Plattform zu bieten, sobald die Kadersituation wieder stabil ist.

Sechs Jahre, sechs Absagen

Der Rückzug der Dragons 2 ist kein Einzelfall, sondern setzt eine Negativ-Serie fort, die seit 2021 besteht. Von den Wörgl Warriors (2021) über die Carinthian Eagles (2022), die Telfs Patriots 2 (2023), die BSK Ravens (2024) bis hin zu den Gmunden Rams im Vorjahr – die Liste der Teams, die den Saisonstart nicht erreichten, ist lang.

Planungssicherheit als Fremdwort

Dass es nun den Unterbau eines AFL-Meisters trifft, gibt zu denken. Während der Fokus der Dragons nun vollständig auf der AFL liegt, stehen die Gegner der Division 2 vor einem Trümmerhaufen ihrer Saisonplanung. Die wiederkehrende Problematik wirft ein Schlaglicht auf die strukturellen Herausforderungen im österreichischen Football-Unterbau.


Ein alljährliches Déjà-vu

Die Begründung der Dragons – Personalnot durch Verletzungen und berufliche Ausfälle – klingt plausibel, ist aber in der AFBÖ-Landschaft mittlerweile traurige Tradition. Der Rückzug der „Drachen“ ist das jüngste Glied in einer Kette, die 2021 ihren Anfang nahm:

  • 2021: Wörgl Warriors und Maribor Generals (Teil-Rückzug)
  • 2022: Carinthian Eagles (Div 2) und Styrian Panthers (Div 3)
  • 2023: Telfs Patriots 2 (Div 3, Teil-Rückzug)
  • 2024: BSK Ravens (Div 3)
  • 2025: Gmunden Rams (Div 3)
  • 2026: Danube Dragons 2 (Div 2)
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Wiesi
Wiesi
16. März 2026 09:25

Mission Titelverteidigung 2026, da müssen Prioritäten gesetzt werden.