Die Raiffeisen Vikings gaben bekannt, dass sie heuer 110.000 Euro an Sponsorengeldern weniger als geplant einnehmen werden. Chrysler und die BrauAG sind die größten Posten, die nun nicht mehr im Budget der Wiener zu finden sind.

Schluss mit gratis
Ein Ende hat es damit u.a. mit kostenlosen Saisonkarten für Vereinsmitglieder. Diese und andere ’nicht notwendigen Ausgaben‘ wurden – so der Verein – ‚gegen 0 reduziert‘. Vikings-Mitglieder haben die Möglichkeit, zwei verbilligte Saisonkarten zu kaufen, wozu der Verein in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch aufruft – gratis gibt es diese aber nicht mehr. Bei den Heimspielen der Vikings im Vorjahr konnte man erstmals einen signifikanten Zuschauer-Rückgang verzeichnen. Heuer spielt man wieder am Sonntag und hofft, damit die Hohe Warte wieder füllen zu können.

Als nicht notwendige Ausgaben werden auch Zusatzleistungen für die ORF/AFBÖ-Sendung ‚AFL-Crush‘ bewertet. Die Vikings werden bis auf weiteres von sich aus keine Zusatzkameras für Live-Spiele bezahlen. Damit wird es heuer zwar wieder bis zu neun ‚Crush‘-Sendungen geben, allerdings kein Live-Übertragungen von Heimspielen der Vikings mehr. Der ORF will und wird aber die Austrian Bowl XXV Live übertragen. Einen ersten Vorgeschmack auf die neuen Spielregeln zwischen dem Fernsehen und Football gab es bei der Pressekonferenz zum Saisonkickoff. Nach der offiziellen Bekanntgabe der Inter Division wurden die Black Lions und Blue Devils vom ORF als national zweitklassig bewertet und fallen damit aus dem Sendekonzept raus.

Nellie bleibt verschwunden
Der bei den Österreichischen Cheerleadermeisterschaften abhanden gekommene Kopf des Vikings-Maskottchens ‚Nellie‘ bleibt verschwunden und wird wohl auch nicht mehr auftauchen. Der offenbar aus dem US-Amerikanischen College- und High-School-Football übernommene Brauch einer Maskottchen-Entführung, den es seit einiger Zeit auch im heimischen Fußball gibt, findet bei den Vikings wenig Anklang. Das Kostüm hätte einen Wert von 2.500 Euro, zusätzlich habe man den Elefanten ja bereits an einen Sponsor verkauft. Die Gesamtschadenssumme sei daher mit rund 10.000 Euro zu beziffern. Derzeit ist man auf der Suche nach einem Ersatz-Maskottchen.

Kostenfalle Ravelinstraße
Ohne dem Footballzentrum Ravelinstraße stünden die Vikings nach wie vor ‚hoch weiß‘ da. Vikings Manager Alfred Neugebauer sagte gegenüber wienweb, dass das Leistungszentrum "horrende Kosten" versursache. Die ‚Raveline‘ kostet die Betreibergesellschaft rund 185.000 Euro im Jahr ‚warm‘. Der Plan, das Zentrum zu vermieten, ging bislang soweit auf, als Klubs in der Umgebung die Anlage als günstigere Alternative zu Plätzen in Wien oder Niederösterreich wahr nehmen, wie z.B. die Warlords, die dort trainieren, oder LA Titans, die ihre Heimspiele wohl im 11. Bezirk absolvieren werden. Die Einnahmen, die hier entstehen, werden das Kraut der Wikinger aber wohl nicht allzu fett machen.

Keine Vikings-Krise
Das ist (fast müsste man leider sagen) keine Vikings-Krise alleine, denn die Maßnahmen, die die Wiener nun ergreifen (und die noch ausgeweitet werden können), werden wohl anderswo in anderer Form noch ergriffen werden müssen. Die globale Wirtschaftskrise wird gerade kleinere Sportarten noch mit voller Wucht treffen, denn nirgendwo wird schneller Geld gespart als beim Sponsoring. Sieht man sich dann noch an, wie viel (Geld) davon noch von ‚good will‘ abhängig ist, dann wird das ‚gegen 0 reduzieren‘ ganz sicher bald schon in ganz Österreich in Mode kommen.

Was man als einzelner Fan dagegen tun kann, ist einfach erklärt: zu den Spielen gehen. Ab 28. März gilt es, der Krise zu trotzen.

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