Die Danube Dragons feiern einen ungefährdeten 35:17-Erfolg im ersten AFL-Halbfinale über den Stadtrivalen AFC Vienna Vikings. Damit stehen die Floridsdorfer nach 2010, 2022, 2023 und 2025 zum fünften Mal im Endspiel um die Austrian Bowl. Ihr Finalgegner wird morgen in Prag im Duell zwischen den Prague Black Panthers und den Graz Giants ermittelt.
Vor 1.900 (Verbandsangaben) Zuschauern im SR Donaufeld benötigten die Sieger der Regular Season ein ganzes Viertel, um gegen den Rekordmeister in Fahrt zu kommen. Die Vikings starteten mit ihrer Offense in die Partie, kassierten jedoch nach drei unvollständigen Pässen von Michael Szabo prompt ein schnelles Three-and-Out. Szabo fiel, nicht zum ersten Mal in der Saison dann aus, Tight End Rudi-Lee Frey übernahm, auch nicht zum ersten Mal in der Saison, das Zepter. Auf der Gegenseite sorgte Dragons-Quarterback Walter Kuhlenkamp nach dem Punt der Simmeringer Gäste direkt selbst für das erste First Down des Spiels. Das erste Big Play der Partie gehörte allerdings der Wikinger-Defense: Julian Rodler forcierte einen Fumble bei Walter Kuhlenkamp und sicherte das Leder auch gleich selbst für die „Men in Purple“.
Die Wikinger konnten daraus jedoch kein Kapital schlagen und spielten einen vierten Versuch kurz vor der First-Down-Linie erfolglos aus. Da direkt im Anschluss das nächste Three-and-Out der Dragons folgte, war schnell klar: Die Defensivreihen gaben in dieser Anfangsphase ganz klar den Ton an.
Starke Defenses prägen das erste Viertel
Die Vikings versuchten es in der Folge vermehrt mit dem Laufspiel, was durch Jordan Kress auch zum ersten First Down führte – wenngleich sie nach einem präzisen Dragons-Punt tief in der eigenen Hälfte starten mussten. Wenig später folgte der nächste Dämpfer für Violett: Bei einem Tush-Push-Versuch der Wikinger landete der Ball in den Händen von Dragon Karl Brinskelle. Turnover Nummer zwei bedeutete gleichzeitig eine exzellente Feldposition für die Gastgeber.
Der anschließende Dragons-Drive führte erneut zu einem vierten Versuch, doch diesmal behielt die Vikings-Defense die Oberhand. Es blieben zwar vorerst keine Punkte auf der Anzeigetafel, dennoch entwickelte sich ein munteres Halbfinale. Für die Wikinger gab es offensiv weiterhin kaum ein Vorankommen, weshalb erneut das Punt-Team aufs Feld musste. Aber auch die Drachen taten sich schwer gegen eine stark eingestellte Vikings-Verteidigung, die mit einem klaren Plan nach Donaufeld gekommen war. Sie unterbanden sowohl den mobilen Quarterback als auch das Laufspiel und die tiefen Passversuche. Das erste Viertel ging folgerichtig ohne Punkte zu Ende, endete jedoch mit einem starken Lauf von Walter Kuhlenkamp und einer Strafe gegen die Vikings.
Dragons zünden den Offensiv-Turbo vor der Pause
Die ersten Punkte des Spiels waren damit aufgelegt: Ein Trickspielzug mündete in einem Pass auf Defensive Lineman Daniel Pozarek, und Kicker Marcel Stefanek verwandelte den Extrapunkt sicher zum 7:0. Die Wikinger fanden darauf keine passende Antwort, steckten mit ihrer Offense erneut fest und mussten das Ballrecht per Punt abgeben. Weltenbummler Wide Receiver Marvyn Acenas legte kurz darauf nach, um die Führung weiter auszubauen.
Das Momentum war nun spürbar auf die Seite des Titelverteidigers gewandert. First-Down-Pässe auf Samuel Imarhiagbe und Uzay Nafile brachten die Hausherren in eine First-and-Goal-Situation. Kurz darauf fing Samuel Imarhiagbe einen weiteren Walter Kuhlenkamp-Pass in der Endzone zum 14:0 ab (PAT Marcel Stefanek gut).
Die Offense der Gäste kam nun etwas verspätet in die Gänge. Wieder war Jordan Kress maßgeblich daran beteiligt, dass sich die Kette bewegte und die Vikings bis kurz vor die gegnerische Goalline marschierten. Der starke Drive aus heiterem Himmel endete letztlich mit einem Field Goal von Tim Dachsberger bei auslaufender Uhr zum Pausenstand von 14:3. Es war eine verdiente Führung für den amtierenden Meister nach zwei gespielten Vierteln.
Vorentscheidung durch die Trickkiste der Drachen
Nach dem Wiederbeginn stoppten die Vikings den ersten Drive der Gastgeber erfolgreich. Die theoretische Chance, an den guten Drive vor der Pause anzuknüpfen, blieb in der Praxis jedoch ungenutzt – die violette Offense agierte weiterhin glücklos. Defensiv liefen die Vikings jedoch auf Hochtouren, weshalb auch die Dragons schnell wieder vom Feld geschickt wurden. Der Charakter der ersten Hälfte blieb somit bestehen: Beide Angriffsreihen taten sich schwer, wobei die Dragons die reiferen Lösungen präsentierten.
Dann schlug das Turnover-Pendel erneut aus: Die Dragons eroberten einen Fumble von Vikings-Spielmacher Rudi-Lee Frey. Zwar bügelte die Verteidigung des Rekordmeisters den Fehler zunächst wieder aus, doch die Offense konnte einfach keine Gefahr kreieren. Zu allem Überfluss passierte kurz darauf ein folgenschwerer Fehler beim Longsnap vor einem Punt, den die Dragons eiskalt zur Vorentscheidung nutzten. Die Drachen griffen tief in die Trickkiste: Kevin Stanisi täuschte einen Lauf an, passte dann aber überraschend auf Dragons-Receiver Uzay Nafile zum 21:3. Nach dem erfolgreichen PAT schien die Partie vor dem letzten Seitenwechsel gelaufen zu sein.
Vikings-Aufholjagd kommt zu spät
Nach dem letzten Viertelwechsel mussten sich die Wikinger prompt wieder per Punt vom Ball verabschieden. Die Dragons wähnten sich in Sicherheit, und auch auf den Rängen gab es kaum noch Hoffnung auf ein Comeback, obwohl sich Jordan Kress für seine Farben sprichwörtlich einen Wolf lief. Auch Matthias Moser brachte sich nun vermehrt ein, und an der Goalline der Dragons wurde wild gepusht. Die Vikings eroberten einen eigenen Fumble zurück, ehe Rudi-Lee Frey im vierten Versuch zum 21:10 in die Endzone eintauchte (PAT Tim Dachsberger gut).
Knapp sieben Minuten vor dem Ende war es plötzlich wieder ein Two-Possession-Game. Der anschließende Onside-Kick der Vikings missglückte jedoch völlig und flog in die falsche Richtung, was den Dragons eine herausragende Feldposition bescherte. Die endgültige Entscheidung brachten schließlich die Beine von Quarterback Walter Kuhlenkamp, der gleich im ersten Play nach dem verunglückten Onside-Kick zum 28:10 in die Endzone sprintete (PAT Marcel Stefanek gut).

Ein letztes Fünkchen Hoffnung keimte auf, als Rudi-Lee Frey seinen Passempfänger Jordan Kress in der Endzone zum zweiten Vikings-Touchdown und zum 28:17 bediente. Beim zweiten Onside-Kick stimmte zwar die Richtung, der Ball landete jedoch in den sicheren Händen der Dragons. Die Wikinger nutzten ihre verbliebenen Timeouts und rechneten mit Laufspielen, doch die Hausherren hatten andere Pläne: Walter Kuhlenkamp bediente Samuel Imarhiagbe mit einem tiefen Pass, ehe der Quarterback höchstpersönlich mit einem weiteren Lauf den Schlusspunkt zum 35:17-Endstand setzte.
Stimmen zum Spiel:
Michael Hönig, Headcoach Danube Dragons: „Es war ähnlich wie ich es erwartet habe. Besonders am Anfang war es sehr eng. Respekt an die Vikings, an Rudi, dass sie so den Ball bewegt haben. Uns war klar, dass wenn ein Backup-Quarterback spielt, wir mit unserer Defense schauen müssen, das Spiel zu kontrollieren. Und ich glaube, das ist uns zum größten Teil gelungen.“
Benjamin Sobotka, Head Coach AFC Vienna Vikings: „Wir haben fundamentale Fehler gemacht, die den Ausschlag gegeben haben. Wir haben nicht gut genug getackelt, Blocks nicht gemacht und Bälle fallen lassen. Es tut weh, es ist grauslich, aber das gehört zum Football dazu. Es heißt Krone richten und wieder aufstehen. Ich bin am Donnerstag Papa geworden und freue mich schon sehr darauf, das Kind wieder in den Armen zu halten. Ich glaube, ich habe noch nie etwas so sehr vermisst.“
Die win2day Game Days Austrian Bowl XLI findet am Samstag, dem 25. Juli, um 19:00 Uhr, in der Datenpol Arena von Maria Enzersdorf statt. Eintrittskarten sind bereits beim offiziellen Ticketpartner oeticket.com erhältlich.
AFL SEMIFINAL
#1 Danube Dragons (9-2) vs. #5 AFC Vienna Vikings (7-5) 35:17
(0:0/14:3/7:0/14:14)
Sa. 11.07. | 17:00 Uhr |SR Donaufeld, Wien
→ ORF SPORT+ LIVE
Scores:
1. Quarter
No Score
2. Quarter
Touchdown Dragons: Pass von Walter Kuhlenkamp auf Daniel Pozarek; PAT Marcel Stefanek good 7:0
Touchdown Dragons: Pass von Walter Kuhlenkamp auf Samuel Imarhiagbe; PAT Marcel Stefanek good 14:0
Fieldgoal Vikings: Tim Dachsberger 14:3
3. Quarter
Touchdown Dragons: Pass von Kevin Stanisi auf Uzay Nafile; PAT Marcel Stefanek good 21:3
4. Quarter
Touchdown Vikings: Lauf von Rudi-Lee Frey; PAT Tim Dachsberger 21:10
Touchdown Dragons: Lauf von Walter Kuhlenkamp; PAT Marcel Stefanek good 28:10
Touchdown Vikings: Pass von Rudi-Lee Frey auf Jordan Kress; PAT Tim Dachsberger 28:17
Touchdown Dragons: Lauf von Walter Kuhlenkamp; PAT Marcel Stefanek good 35:17
Sonntag:
#2 Prague Black Panthers (8-2) vs. #3 Graz Giants (8-3)
So. 12.07. | 16:00 Uhr |📍 Rugby Center, Prag → LIVE AUF ORF SPORT+
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