Die Huskies Wels haben im absoluten Showdown der Division 1 ein historisches Ausrufezeichen gesetzt. Im direkten Duell um Platz 2 besiegten die Oberösterreicher am 8. Spieltag die Carinthian Lions auswärts im Sportpark Fischl hauchdünn mit 29:26. Damit sichern sich die Huskies in ihrem allerersten Jahr in der zweithöchsten österreichischen Spielklasse direkt das Heimrecht im Halbfinale sowie eine wertvolle Bye-Week. Die Lions hingegen müssen nach dieser bitteren Heimniederlage den schweren Umweg über die Wild Card Runde nehmen.
Es war das erwartet heiße Duell zweier Teams, die vor dem Kickoff mit einer identischen 5-2 Bilanz dastanden. Die rund 350 Zuschauer in Klagenfurt bekamen ein Spiel geboten, das an taktischen Finessen, spektakulären Big Plays und purer Dramatik bis zur allerletzten Sekunde kaum zu überbieten war.
Carinthian Lions (5-3) vs. Huskies Wels (6-2) 26:29
Viertelscores: (0:9/6:0/6:15/14:5) | So. 14.06.2026 | 16:00 Uhr | 📍 Sportpark Fischl, Klagenfurt
Die Gäste aus Wels erwischten den deutlich besseren Start in die Begegnung. Kicker Manuel Kaisermayr brachte die Huskies im ersten Viertel zunächst per Field Goal mit 3:0 in Front. Nach einem Punt der Kärntner, die sich in dieser Phase mit etlichen Strafen (darunter ein folgenschweres Late Hit) selbst das Leben schwer machten, schlug die Welser Offense erneut zu. Kaisermayr bediente Sebastian Mangeng mit einem präzisen Pass in der Endzone zum 9:0 (PAT nicht gut).
Lions kontern mit genialem Trick-Play vor der Pause
Im zweiten Spielabschnitt stabilisierte sich die Defense der Kärntner und erzwang wichtige Stops. Genau sieben Sekunden vor dem Halbzeitpfiff gelang den Gastgebern der viel umjubelte Anschluss. Von der Welser 2-Yard-Linie packten die Lions tief in die Trickkiste: Quarterback Elias Zaricin übergab das Leder auf Nikolas Keuschnig, der den Ball mit einem perfekten Lupfer über die heranstürmende Defense zu Christopher Mangge beförderte. Der PAT-Kick wurde zwar geblockt, doch beim Stand von 6:9 ging es mit Hochspannung in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel drehten die Huskies jedoch wieder mächtig auf. Manuel Kaisermayr fand Import-Allrounder Corey Jones in der Endzone zur 15:6-Führung (PAT-Snap zu hoch). Nur wenig später war es erneut Jones, der nach einem Toss-Play in die Endzone stürmte und auf 21:6 erhöhte.
Als die Lions daraufhin einen vierten Versuch in der eigenen Hälfte erfolglos ausspielten, nutzte Wels die hervorragende Feldposition eiskalt aus. Kaisermayr verwandelte sein zweites Field Goal des Tages zum scheinbar komfortablen 24:6. Doch die Antwort der Kärntner folgte postwendend: Aljosa Dobernig packte den Hammer aus und trug den anschließenden Kickoff über sage und schreibe 99 Yards zum Touchdown zurück (Two-Point-Conversion incomplete, 12:24).
Taktisches Manöver an der 1-Yard-Linie
Das Schlussviertel entwickelte sich zu einer absoluten Nervenschlacht. Zunächst brachten die Lions den Sportpark Fischl endgültig zum Kochen, als Elias Zaricin den Finnen Matias Juhani Hyytiäinen mit einem Touchdown-Pass bediente. Nach dem erfolgreichen Kick von Simon Monai stand es nur noch 19:24. Die Kärntner Defense schien das Momentum komplett auf ihre Seite zu ziehen und stoppte den nächsten Welser Drive mit einem krachenden Quarterback-Sack.
Acht Minuten vor dem Ende produzierten die Huskies jedoch einen sensationellen Punt, der exakt an der 1-Yard-Linie der Kärntner liegen blieb. Was folgte, war eine der spektakulärsten taktischen Entscheidungen der Saison: Anstatt das Risiko eines Fumbles oder Interceptions in der eigenen Endzone einzugehen, spielten die Lions den vierten Versuch an der eigenen 1-Yard-Linie absichtlich aus und nahmen ein Safety zum 19:26 in Kauf. So konnten sie den Ball ohne gegnerischen Druck tief zurückschlagen.
Die Huskies ließen sich davon jedoch nicht beirren, kontrollierten die Uhr und bauten die Führung kurz vor dem Two-Minute-Warning durch das dritte Field Goal von Manuel Kaisermayr auf 29:19 aus. Die Lions gaben sich immer noch nicht geschlagen. In einem verzweifelten letzten Angriff fand Elias Zaricin seinen Receiver Fabian Legerer in der Endzone – Simon Monai verkürzte per PAT auf 26:29. Der anschließende Onside-Kick wurde jedoch von den Welser Special Teams sicher kontrolliert.
Lions-Headcoach Max Puchstein: „Sind bereit für diese Challenge“
Trotz der bitteren und denkbar knappen Heimniederlage blickt Lions-Headcoach Max Puchstein bereits wieder kämpferisch nach vorne. Die Fehleranalyse fiel dabei gewohnt realistisch aus: „Auch wenn die knappe Niederlage natürlich weh tut, bleibt uns keine Zeit, lange darüber nachzudenken. Unsere Defense hat uns das ganze Spiel über den Rücken freigehalten, leider hat unsere Offense nie einen richtigen Rhythmus gefunden. Hut ab an die Huskies!“
Für die Kärntner geht es in zwei Wochen (Samstag, 27.06.2026) im Wildcard-Playoff auswärts gegen die Mödling Rangers. Eine Rolle, die dem Team laut dem Headcoach absolut liegt.
„Unsere besten Spiele waren heuer immer auswärts und wir gehen als Underdog gegen den amtierenden Silverbowl-Champion in die Wildcard – eine Rolle, die uns aber durchaus liegt.
Es ist noch immer alles möglich und durch das extra Wildcard-Spiel können wir im Spielrhythmus bleiben. In den Playoffs ist immer alles möglich und wir sind bereit für diese Challenge.“ Das erste Aufeinandertreffen Ende März ging mit einem knappen 7:14 aus Sicht der Lions verloren – die Revanche im Playoff-Kracher ist also vorprogrammiert.
Das offizielle Playoff-Bild der Division 1
Damit stehen die Huskies sensationell im Halbfinale mit Heimrecht, während die Lions in der Wild Card Runde nachsitzen müssen. Aufgrund der komplexen Dreier-Konstellation mit einer 5-3 Bilanz musste der Verband tief in die Regelkiste greifen.
⚠️ Offizieller AFBÖ-Hinweis zum Tabellen-Krimi:
Bei der AFBÖ-Ligasitzung im Herbst 2025 wurde von den Vereinen mehrheitlich beschlossen, dass künftig auch der Strength of Schedule (Gegnerstärke) in die Tabellenreihung mit einfließt. Bei der Berechnung der Tabellenpositionen der Carinthian Lions, AFC Vienna Vikings II und Rangers Mödling wurde Paragraph 13 der WSO angewandt.
Nachdem Punkt 1 (direkter Vergleich bei gleicher Anzahl an Spielen) nicht anwendbar war, da die Vikings II und die Rangers je zweimal gegeneinander, aber je nur einmal gegen die Carinthian Lions gespielt haben, wurde Punkt 2 angewandt.
In diesem wiesen die Carinthian Lions den „schwächsten“ Strength of Schedule auf, da diese zweimal gegen die Fehervar Enthroners Football Academy (2-6) gespielt haben, die AFC Vienna Vikings II und die Rangers Mödling aber zweimal gegeneinander – also gegen 5-3 Teams – antreten mussten.
Da die Carinthian Lions in dieser Betrachtung der drei Mannschaften herausfallen und die Regular Season auf Platz 5 beenden, wurde bei den verbleibenden zwei Teams der Tiebreaker bei Punkt 3 fortgesetzt. In diesem setzen sich die AFC Vienna Vikings II durch, da sie beide direkten Duelle gegen die Rangers Mödling gewonnen haben.
Damit ergibt sich folgende offizielle Endplatzierung der Tabelle nach der Regular Season:
- Platz 3: AFC Vienna Vikings II
- Platz 4: Rangers Mödling
- Platz 5: Carinthian Lions
Daraus resultieren die folgenden hochspannenden Wildcard-Duelle um den Einzug in das Halbfinale:
- #3 AFC Vienna Vikings II vs. #6 Fehervar Enthroners Football Academy
- #4 Rangers Mödling vs. #5 Carinthian Lions
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