In der Ligasitzung 2013 wurde beschlossen die höchste Spielklasse, die Austrian Football League (AFL), im Jahr 2015 von fünf auf acht Teams zu erweitern – was bedeutete, dass die drei stärksten Division 1 Teams der vergangenen Saison sich zu den bisherigen Teams, den Vienna Vikings, Swarco Raiders, Prag Panthers, Danube Dragons und Graz Giants, dazugesellen sollten. Der Plan des Verbandes war, dass die drei stärksten Vereine gemeinsam aufsteigen um somit den neuen Teams den Aufstieg zu erleichtern.
Was am Papier noch gut aussieht, stellt sich in der Realität oftmals als etwas Schwieriges dar. Sowohl vom damaligen (Ligasitzung 2013) als auch vom heutigen Standpunkt ausgehend, können die Carinthian Lions eine derzeitige Teilnahme an der AFL weder sportlich, finanziell noch organisatorisch langfristig und nachhaltig bewältigen. Die Lions haben ihre Bedenken an einer AFL Teilnahme dem Verband gegenüber in Meetings Ende Juli und Anfang September ausreichend dargelegt, zu unsicher ist der finanzielle und sportliche Aspekt bei der Teilnahme an der höchsten Spielklasse in Österreich. Es geht dabei vor allem um die Verantwortung gegenüber den Spielern nicht nur eine Saison „irgendwie durchstehen“ zu können, sondern sich auch als Spieler und in weiterer Folge als gesamte Organisation weiter zu entwickeln. Dahingehend nimmt der Verein mit dem Vorstand, den Coaches und den Spielervertretern seine Sorgfaltspflicht sehr ernst.
Der Footballsport in Österreich hat sich über die letzten Jahre in einer Form entwickelt, dass allein der Aufwand für Spieler, Coaches und die Organisation, um in der höchsten Spielklasse (die AFL zählt auch zu den besten Ligen Europas) nicht nur „dabei zu sein“ sondern auch langfristig bestehen zu können, semi-professionelle Ausmaße angenommen hat. Nachdem kein Verein in Österreich sich einen Kader von 40-60 bezahlten Spielern leisten kann, können diesen Sport auf diesem Leistungsniveau (AFL) nur Sportler ausüben, welche fast ganzjährig auch entsprechend viel Zeit investieren. Ein Zeitaufwand, den man nur mit einem entsprechend großen Kader, welcher zu einem Großteil aus Studenten oder Schülern besteht, bewältigen kann. Gleichermaßen gilt dies für den Coachingstaff, welcher idealer Weise seinen Lebensunterhalt zumindest teilweiße mit der Coachingtätigkeit beim Verein bestreiten sollte, um auf diesem Niveau überhaupt konkurrenzfähig bleiben zu können. Das große Manko der Lions dabei ist, dass Klagenfurt keine Studentenstadt ist und der aktuelle Kader aus Schülern, Grundwehrdienern und Arbeitern besteht, welche schul- und berufsbedingt ein derartiges Pensum nicht über Jahre hinweg bewältigen können. Jährlich beenden Spieler der Lions aus Job- und Studiengründen ihre Karriere bei den Lions oder wechseln aus diesen Gründen in eine andere Stadt und dann teilweiße zu anderen Teams. Die finanziellen Mittel um die geringe Kadergröße oder den Coachingstaff auf ein AFL taugliches Niveau bringen zu können, steht den Lions leider auch nicht zur Verfügung, der Vorstand hat sich aufgrund einiger negativer Fälle in Football Österreich der letzten Jahre auch strikt gegen jegliche finanzielle Abenteuer ausgesprochen – die Spieler stehen auch voll hinter dieser Entscheidung.
Ebenso darf man nicht übersehen, dass die Lions 2012 gegründet wurden und Kärnten, im Vergleich zu Wien, Innsbruck und Graz, nicht auf eine langfristig und nachhaltig gewachsene Football Historie zurückblicken kann. Ein Umstand, den der Verein langfristig ändern will, dies aber seine entsprechende Zeit benötigt.
Natürlich verstehen wir den Wunsch des Verbandes die AFL zu erweitern und mit 8 Teams einen professionelleren Eindruck nach außen zu vermitteln. Dies geschieht aber aus unserer Sicht seitens des Verbandes mit allen Mitteln, und gerade dies ist unser Kritikpunkt an dem Beschluss 2013 und den daraus folgenden Konsequenzen für die Lions und Knights. Die mahnenden Beispiele der letzten Jahre – Salzburg Bulls, St. Pölten Invaders oder den Mödling Rangers – sind genauso noch präsent, wie die in den letzten Jahrzehnten leider gescheiterten Footballvereine in Kärnten.
Die Lions sind nicht glücklich über die Entscheidung des Verbandes, das Team zwei Spielklassen in die Division 3 abzustufen, nehmen diese Entscheidung aber zur Kenntnis und versuchen das Beste aus dieser Situation zu machen, um Football in Kärnten endlich langfristig und nachhaltig auf solide Beine stellen zu können. Die Teilnahme an der Division 3 ist aus sportlicher Sicht für den Verein ein deutlicher Rückschritt zur bisherigen Stellung in der Division 1, welche man 2012 gewinnen und 2014 auf Platz 2 beenden konnte. Der Verein wird jetzt seinen Fokus noch mehr auf den Nachwuchs und die Ausbildung der jungen Spieler in der Kampfmannschaft legen und deshalb trotz allem positiv in die Zukunft blicken können. Um das zu realisieren wird der Coaching Staff rund um Headcoach Matthias Schicher deutlich verstärkt werden, einige Spieler haben ihre Karrieren beendet und werden den Verein in Zukunft  als Coaches weiter unterstützen. Die Lions werden dazu in den nächsten Wochen weitere Infos bekannt geben.

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