Im Insolvenzverfahren der Betreibergesellschaft von Berlin Thunder wurde offiziell Masseunzulänglichkeit angezeigt. Während die Liga beschwichtigt, steht der weitere Spielbetrieb auf des Messers Schneide.
Kein Geld mehr für laufende Kosten
Die Hiobsbotschaften aus der deutschen Bundeshauptstadt reißen nicht ab. Wie die Rheinische Post zuerst berichtete, gab es im Insolvenzverfahren über das Vermögen der FBG Football Berlin GmbH – der Betreibergesellschaft von Berlin Thunder – eine hochbrisante Entwicklung. Der bestellte Sachverwalter hat gerichtlich angezeigt, dass Masseunzulänglichkeit vorliegt.
Schlechte Nachrichten von Berlin Thunder: Der Sachverwalter hat angezeigt, dass eine Massenunzulänglichkeit vorliegt. Damit könnten bei dem Franchise bald endgültig die Lichter ausgehen. pic.twitter.com/Hg7KSskiv4
— Sebastian Mühlenhof (@Seppmaster56) July 23, 2026
In der Insolvenzpraxis ist das ein Alarmsignal: Es bedeutet, dass das vorhandene Vermögen (die Insolvenzmasse) nicht einmal mehr ausreicht, um die nach der Verfahrenseröffnung entstandenen Grundkosten – etwa für Gerichte oder weiterbeschäftigtes Personal – vollständig zu decken. Obwohl dies rechtlich nicht automatisch das sofortige Aus bedeutet, rückt eine Einstellung des Geschäftsbetriebs in greifbare Nähe, sofern nicht kurzfristig ein Käufer oder neuer Investor einspringt.
Liga beschwichtigt – lässt konkrete Fragen aber unbeantwortet
Die Situation betrifft die gesamte American Football League Europe (AFLE), schließlich stehen in der regulären Saison noch wichtige Partien an. Unter anderem ist für den 9. August das traditionsreiche Duell gegen Rhein Fire in Berlin angesetzt. Ob diese Partie tatsächlich ausgetragen werden kann, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt mehr als ungewiss.
Auf Anfrage teilte die AFLE mit, dass man Kenntnis von der öffentlichen Bekanntmachung habe und in engem Austausch mit dem Insolvenzverwalter stehe. Ein Sprecher der Liga erklärte, dass der Spielbetrieb „nach aktuellem Stand nicht gefährdet“ sei und verwies darauf, dass sich die Berliner aktuell in einer Bye Week befinden. Das nächste geplante Spiel soll am 2. August gegen die London Warriors stattfinden.
Konkrete Fragen dazu, ob ein Notfallplan für den Fall einer Betriebseinstellung existiert oder ob das Spiel gegen Rhein Fire definitiv stattfindet, ließ die AFLE bislang unbeantwortet und kündigte lediglich spätere Informationen an.
Nächster Rückschlag für die Europaliga
Nach den verhaltenen Zuschauerzahlen im Stadion und im TV und der Kritik an der kurzfristigen Verlegung des London-Spiels nach Mallorca ist die finanzielle Schieflage in Berlin der nächste schwere Schlag für das Image und die Stabilität der AFLE. Sollte Thunder den Spielbetrieb vorzeitig abbrechen müssen, würde das die gesamte Tabelle und den Restspielplan der Liga ins Chaos stürzen.
Auf Nachfrage hat mir SPORT1 mitgeteilt, dass das Top-Spiel vergangenes Wochenende zwischen Rhein Fire und den Vienna Vikings in der Zielgruppe Z3+ 13.000 Zuschauer hatte und somit einen Marktanteil von 0,1 Prozent. Zielgruppe M14-59 waren es 3.000 Zuschauer (0,2% Marktanteil).
— Sebastian Mühlenhof (@Seppmaster56) July 21, 2026
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