Football-Austria.com verrät in seiner Vorschau wer für unser Land den Ball in die Hand nehmen wird. 
Kein Zweifel: Österreichs Footballer gehören zu den besten in Europa. Der ‚Abstieg‘ in die C-Gruppe, bedingt durch die fünfjährige Pause des Nationalteams, wird der EFAF wenig Freunde und Freunde machen. Geht es nach der Agenda von Nationalteamtrainer Bernhard Binstorfer und AFBÖ Präsident Michael Eschlböck, dann werden wir alles was uns bis zum angepeilten EM Titel im Jahr 2009 in den Weg stellt, beinhart überfahren. Stoppen kann uns nur ein Begrenzungspfahl. Oder Serbien.

Differenzierende Erfolgsstrategien
Es ist so gut wie fix: Neben Norwegen, Irland, der Schweiz, Tschechien, wird auch Serbien an der C-EM in Österreich erstmals teilnehmen. Was macht die so besonders? Während wir uns auf heimische, europäisch erprobte Talente verlassen, zäumt der serbische Verband sein Pferdchen von einer ganz anderen Richtung auf.

Es gibt in den USA einen recht großen Pool an Spielern, welche in den 90er Jahren in die Staaten ausgewandert sind, aber immer noch einen serbischen Paß besitzen. Aus den Kindern der Flüchtlingsgeneration des Balkankriegs ist so manch formidabler College Spieler hervorgegangen. Der serbische Verband versucht diese Spieler mit serbischen Wurzeln an der vaterländischen Ehre zu packen. The Serbian Footballteam needs you! Hat diese Strategie Erfolg (man hat noch knapp ein Jahr Zeit), dann wird aus dem Underdog ganz rasch ein völlig unberechenbarer Gegner. Geht das Kalkül nicht auf, so wird der Widerstand ein überschaubarer sein. Trotzdem: Hier drinnen steckt ein Restrisiko. Nicht auszudenken was passieren würde, gewinnt Serbien die C-EM in Österreich. Lassen wir aber mal die Kirche im Dorf und gehen wir davon aus, daß nicht aus allen serbischstämmigen Amerikaner Footballspieler wurden und die zwingend den Wunsch verspüren in Europa spielen zu müssen.

Berechenbare Schwedenbomben
Das schwedische Nationalteam ist Europameister. Im Finale der letzten A-EM hat man Deutschland knapp geschlagen. Bei den World Games hatten die Germanen ebenso knapp die Nase vorne. Beide Teams sind also ungefähr gleich stark. Vergangenen Samstag gewannen die Schweden das Nordderby gegen Finnland mit 24:14. Ob der Gegner nun Sverige oder Germany heißt ist Austria einerlei. Man will nicht nur mithalten, sondern dieses Spiel gewinnen. ‚Damit wir wissen wo der Hammer hängt‘ (Eschlböck).

Thors Hammer hängt zu 90% in Stockholm bei den Mean Machines. Die sehen sich selbst zwar als böse, wurden von den Vikings (die immerhin 19 Spieler im Team stellen) in der Eurobowl nach allen Regeln der Kunst mit 42:9 vernascht. Ob diese Ausgangslage trügerisch ist? Wir meinen: Dieser Vergleich macht uns sicher! Österreich wird am Sonntag als klarer Sieger vom Platz gehen, denn alleine die Namen der Starter lassen Footballfans das Wasser im Mund zusammenrinnen.

Wer wird am 8. Oktober am Start stehen?

Quarterback Philipp Jobstmann.
Im Spielmacher der Vikings II (gemeinsam mit USA Urlauber Bernd Dittrich) steckt die Erfahrung der Junioren Europameisterschaften. In Moskau 2002 zum Turnier MVP gewählt, ist Jobstmann zwar von der Körpergröße her kein Riese, aber sein Spielverständnis, Talent und Einsatzbereitschaft im Training und im Spiel machen aus ihm einen ganz Großen. Keine Überraschung, daß er den Auftrag bekam das Team ins Match zu führen.

Binstorfer zum Thema Quarterback: ‚Eindeutig eine unserer Schwachstellen. Unsere QBs sind alle gut, keiner davon ist aber Spitze in Österreich. Das liegt vor allem daran, daß an dieser Position in der höchsten Liga ausschließlich Legionäre zum Einsatz kommen. Ich sehe im europäischen Vergleich aber kein Problem.‘

Hinter Jobstmann in der Depth Chart rangiert der ehemalige Bulls Spieler Andreas Diwald, gefolgt von St. Pöltens Spielmacher Markus Sandler und Dragons Junior Thomas Haider.

‚Unter Umständen werden wir beim Spiel zwei, vielleicht sogar drei Quarterbacks bringen. Das hängt auch vom Spielverlauf ab. Mir ist es wichtig, daß wir eine Unit mal über längere Zeit zusammenspielen lassen, damit ein Rhythmus einkehrt. Auch dann, wenn es mal nicht so gut läuft. Wichtig ist, daß das Team ein Gefühl füreinander bekommt‘, so Binstorfer.

Runningback Lukas Miribung
Der (nun ehemalige) Salzburg Bulls Punktegarant Lukas Miríbung, der wie QB Andreas Diwald in die zweite deutsche Bundesliga zu den Kirchdorf Wildcats wechseln wird, bekommt den Starting Job als Runningback. Eine logische Entscheidung, denn Miribung rannte bis zum Finale der Division I alles in Grund und Boden. Keine Überraschung gibt es auch beim zweiten Back: Ralph Pointner (Vikings) wird die Ehre zu Teil kommen als Vorblocker und bei Sichtung der Goalline auch als Scorer (Fullback) in Erscheinung zu treten. Florian Grein wird man definitiv nicht sehen (noch immer verletzt), eventuell aber Dragons RB Stefan Scharinger, der sich bei Gelegenheit Chancen auf einige carries ausrechnen kann.

The dark side of the ball
Bei den Receivern ist die Qual der Wahl eine Große. Daher hat sich der Trainerstab dazu entschlossen einen designierten Ballempfänger die Seiten wechseln zu lassen. Armando Ponce Leon (Giants) wird nicht als Ballempfänger zu sehen sein, sondern auf die dunkle Seite des Balles wechseln und Cornerback spielen.

Dazu Headcoach Bernhard Binstorfer: ‚Die Auswahl und doppelte Ausbildung bei den Receivern ist enorm. Viele sind auch als Cornerbacks daher theoretisch einsetzbar. Ponce de Leon, Steffani und Dieplinger. Wir wollten keinen dieser Spieler sitzen lassen, daher haben wir Armando die Seite wechseln lassen.‘

Primärziel im Fadenkreuz des Quarterbacks wird daher, neben den Vikings Receivern Joe Widner und Pasha Asiladab, Christian Steffani (Blue Devils) sein. Christian Kranz (Giants) und Wolfgang Hable (Vikings) könnten abseits der üblichen Verdächtigen eine Rolle als Ballempfänger zukommen, wie natürlich auch Jakob Dieplinger (Raiders).

Switch on the line
Weniger Konkretes gibt es derzeit noch über die Beschaffenheit der O- und D-Line zu sagen. Zuletzt gab es ein Problem im offensiven Zentrum. Michael Lyssenko (Bulls) wurde als Center nachnominiert, Markus Rein (Invaders) und Markus Zehnal (Vikings) stehen nicht mehr im Aufgebot. Fest steht, daß Norbert Baumberger (Vikings) von der D-Line in die O-Line wechseln wird.

Floredos inactive

Michael Werosta (Vikings), Mario Rinner (Raiders), Gregor Kodella (Giants) und Junior Marko Radovanovic (Salzburg Bulls) als eine Variante bei den Linebackern. Möglich ist auf der Position auch der Einsatz der Dragons Herren Stefan Pokorny und/oder Christoph Berger. Roman Floredo ist inactive (Schulter).

In der Secondary ist die Wahl, wie auch bei den Lines, noch offen. Johannes Bintinger und Strong Safety Mario Floredo (beide Vikings) sind verletzt, Philipp Magreiter (Raiders), Gregor Pachmann (Vikings) und Christoph Schreiner (Giants) nicht. Ob diese starten werden bleibt bis Samstag noch offen. Football-Austria.com wird alle Starter noch vor dem Kickoff veröffentlichen und auch einen Live Ergebnisdienst anbieten.

Prinzipiell ist von einer Mischung aus Spielern der ‚großen drei‘ (Vikings, Giants, Raiders) als Hauptgang, mit wichtigen Beilagen aus Salzburg, Hohenems und Klagenfurt zu rechnen.

Lob an Stadt & Land
Ausdrückliches Lob von Seiten des Verbandspräsidenten ging an das Veranstalterland Kärnten und die Sportstadt Wolfsberg. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei sehr gut gewesen, man habe das Nationalteam dort mit offenen Armen aufgenommen. Das Team hat die Möglichkeit das Stadion Tags zuvor schon als Trainingstätte zu nutzen.

Veranstalter Manfred Mocher stellte eine ganze Reihe an Medien-Kooperationspartnern und Sponsoren auf die Beine. Das erste Match des Nationalteams nach fünf Jahren soll in einem dem Anlaß gebührenden Rahmen über die Bühne gehen. Zwei Moderatoren, die Milleniumsdancer, eine Marching Band, Pyro Show u. e. m. lassen auch abseits des Sports auf einen tollen Gameday hoffen. Mocher hofft auf Fans aus ganz Österreich. Der ORF wird vor der Live Übertragung des NFL Spiels San Diego Chargers vs. Pittsburgh Steelers ein 15minütige Zusammenfassung bringen.

Lange Sonntag Nacht
Der frühe Montag Termin hat dann allerdings nur sehr wenige Medienvertreter zur Pressekonferenz gelockt. Gleichzeitig fand als ‚kollidierende Veranstaltung‘ auch noch die Präsentation der aonHotVolleys zum ersten Volleyball Champions League Heimmatch statt. Chicago vs. Seattle bis in die frühen Morgenstunden ließ dann auch den einen oder anderen Sportreporter länger schlafen. Der Mittwoch bietet sich hier (Tipp) stets als guter Tag an. Zumindest während der NFL Saison.

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