Die designierten Absteiger wollen nicht absteigen, einer der "Aufsteiger" wollte nicht aufsteigen, hat aber nun einen neuen Vorstand.

Allgemein rumort es gegen den Plan vier Ligen einzuführen. Auch der Datenschutz spielt auch eine eigene Rolle. Der mit der Sache aber nur am Rande zu tun hat.

Titans & Gladiators wollen nicht absteigen
Sowohl die LA Titans als auch die ASVÖ Gladiators wollen in der Division 1 verbleiben. Der Plan von AFBÖ-Vize Gerwin Wichmann sieht aber vor, dass sie in der dritten Klasse (Division 2) spielen sollen in der kommenden Saison. Die Argumentation der Titans ist sattsam bekannt (haben alle Vorgaben erfüllt), wie auch der Standpunkt des AFBÖ (vier Jahre ohne Sieg), dessen Vorstand (jener des AFBÖ) allerdings eine Ligaeinteilung, unabhängig von allen anderen Punkten in der Wettspielordnung, eigenmächtig vornehmen kann.

Neu sind die Ziele der Gladiators, die damit geliebäugelt hatten freiwillig abzusteigen, was sie nun aber nicht mehr tun wollen. Vermutlich auch deshalb, da ihr Partner, oder besser gesagt Ex-Partner, die Styrian Stallions, einen neuen Vorstand hat. Ein möglicher Plan war, dass die Stallions mit den Gladiators sowohl Division 2 als auch CEFL spielen. Mit einer B- bzw. A-Mannschaft. Das dürfte sich nun zerstreut haben. Der neue Vorstand der Stallions ist namentlich noch nicht kommuniziert worden, fix ist aber, dass der alte Vorstand mit Obmann Harald Guggi an der Spitze zurückgetreten ist. Guggi hat seine Entscheidung begründet, möchte damit aber nicht an die Öffentlichkeit treten.

Jedenfalls war es für die Stallions als Challenge Bowl Champion 2007 mit dem alten Vorstand klar, dass sie nicht mit den Gladiators, Titans und Thunder in einer Vierer-Division 2 spielen wollen. Nicht nur die Gegner seien zu stark, man habe auch keinerlei Pläne mit einem Nachwuchsteam anzutreten, was aber in der Klasse verbindlich vorgesehen wäre. Möglich, dass man das nun anders sieht – der neue Vorstand wird sich wohl bald zu erkennen geben und dazu deklarieren.

Kärntner Kaffeehausgeher
Andere spekulative Varianten tauchen beinahe täglich auf. Gladiators zusammen mit den Titans in die CEFL, mit einem ungarischen Team, mit einem kroatischen Team und zu guter letzt mit einem Kärntner Team. So spinnefeind die beiden Herren nach außen hin manchmal auch wirken, treffen sich der Kärnter Gladiators QB Bernhard Kamber und Black Lions-Präsident Manfred Mocher ganz freundschaftlich wöchentlich zu Kaffee und Kuchen um über alles möglich zu sprechen. Auch darüber, ob es nicht eine Kooperation auf sportlicher Ebene geben kann zwischen den Vereinen, was vor allem Mocher, der sich von den Gladiators kannibalisiert fühlt, ein wenig Ruhe geben könnte. Beide bestätigten Gespräche darüber – mehr aber noch nicht.

Gladiators Obmann Paul Edelsbrunner will mit allen reden und vor allem das sich nichts an der Division 1 verändert. "Wir haben angedacht abzusteigen. In der Konstellation geht das allerdings nicht. Vor allem mit der Argumentation nicht, die sich uns nicht schlüssig ergibt. Wir sind für 2007 mehr oder weniger in die Division 1 hineingelobt worden bei der Ligasitzung im Vorjahr, man hat uns die Nachwuchsarbeit, die wir logischer Weise nicht erbringen konnten 2006, weil die Meisterschaft ja bereits gespielt war zu dem Zeitpunkt, nachgesehen und uns für 2007 in die Pflicht genommen. Nun haben wir zwei Spiele nicht absolviert und sollen dafür absteigen. Wenn ich mir da andere Vereine ansehe, frage ich mich schon warum gerade wir? Denn bei freundlichster Betrachtung haben wir die Nachwuchsarbeit im zweiten Jahr nicht erbracht, eher im ersten. Mir scheint, als gebe es hierfür noch andere Gründe. Es kann auch gut sein, dass man an uns ein Exempel statuieren will, da wir heuer mit dem Verband einige Schwierigkeiten hatten. Wir haben sicher Fehler gemacht, welche uns nicht unterlaufen hätten dürfen. Die verbockte Ummeldung der Spieler war so einer, allerdings hatten wir dabei einige Male das Gefühl, dass der AFBÖ nicht unser Partner sondern Gegner in der Sache ist, was uns doch einigermaßen erstaunt hat. Erst am Ende hat man eingelenkt und uns dann auch tatsächlich geholfen. Ich verstehe nicht ganz, was wir Böses getan hätten zu dem Zeitpunkt – die Geschichte danach, mit dem nicht spielberechtigten Spieler in der SELAF, die müssen wir auf unsere Kappe nehmen. Das war nicht schön, allerdings war die Sache auch nicht ganz so wie an dieser Stelle berichtet. Von wegen alle hätten das gewusst. Trotzdem klar ein krasser Fehler und Regelbruch von uns, für den wir auch bestraft wurden. Wie man heute aber weiß, gibt es aber auch andere Spieler die nicht spielberechtigt am Feld standen in einer Meisterschaft.

Und blickt man nach Salzburg, wo man jedes zweite Jahr einen Totalaussetzer punkto Nachwuchs fabriziert, dann muss man sich fragen, warum der Verein in der Liga bleiben kann, wir aber nicht? Wir werden mit dem Vorschlag in die Ligasitzung gehen, dass 2008 alles so bleiben soll, wie es 2007 war. Ich glaube, dass die Mehrheit der Division I-Teams das ähnlich sehen wird, da die Meisterschaft 2007 eigentlich ganz in Ordnung war."

Salzburg als Durchstarter?
Die von Edelsbrunner angesprochenen Bulls sehen sich im Aufwind. Warum sie das tun, ließ Präsident Alexander Narobe zuletzt aber offen, erklärte jedoch seinen Rücktritt vom Rücktritt, kündigte eine neue Homepage für neue Salzburger Bullen an und auch, dass man 2008 stärker als je zuvor zurückkehren will. Im selben Satz, das Gespräch fand bereist vor einige Wochen statt, brachte Narobe ein, dass die Jugend ihr letztes Spiel nicht bestreiten wird – aus Spielermangel. Nach den Abgängen von 2006/2007 verlieren die Mozartstädter mit Marko Radovanovic einen weiteren Starter der Kampfmannschaft an die Swarco Raiders Tirol, wobei Lukas Miribung ebenfalls in die zweifache Olympiastadt wechselt und Andreas Diwald, der die Bulls vor anderthalb Jahren verließ, nicht nach Salzburg zurückkehren wird, sondern bei den Carinthian Black Lions der wohl einzige österreichische Starting Quarterback in der AFL 2008 sein wird. Worauf dieser Optimismus also fußt bleibt weitgehend im Unklaren, dem Tradionstverein ist allerdings zu wünschen, dass sich der euphorische Ansatz auch in die Realität übertragen lässt. Nur eines: An der Homepage ist es sicher nicht gelegen – die war immer gut.

Slowenen und Tiroler gelten nicht
Die mit blauen Briefen wegen nicht erbrachter Nachwuchsarbeit bedachten Kärntner Euro08-Embassador-Löwen und die Emser Cineplexx Blue Devils zeigen wenig Verständnis für das Schreiben des AFBÖ. Tatsächlich ist in der WSO nicht festgehalten mit welchen Spielern (Herkunft, Nationalität) man die Nachwuchsspiele bestreiteen darf, sie müssen nur "im Verein "sein. Die Vorarlberger hatten Spieler der Schwaz Hammers, die Kärntner welche der Ljubljana Silverhawks im Junioren-Aufgebot auf sich angemeldet. Das läßt der Verband nicht gelten und rechnet diese Spieler vom Gameday-Roster weg, daher haben beide Vereine im Verlauf der Meisterschaft zumindest ein Spiel bestritten, in welchem sie nicht die erfolderliche Mindestanzahl der Spieler dabei hatten.

Man kann mich gern haben
Den Blue Devils ist das, auf gut Vorarlbergerisch gesagt, herzlich egal. "Wir sind in drei Klassen angetreten und haben überall ausgeglichen oder positiv bilanziert", sagt ihr Präsident Christoph Piringer. "Wir haben die erfolgreichste Saison im Nachwuchs seit Vereinsgründung gespielt und sind damit klar die Nummer vier in Österreich. Ich hab nicht im Schlaf daran gedacht, dass wir dafür verwarnt werden, eher daran, dass man uns mitteilt, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Wir haben mit Christian Steffani einen Nachwuchsleiter installiert, wir haben mehrere bezahlte Coaches im Nachwuchs-Programm und mit den Units sieben Siege eingefahren. Wer hat denn das sonst noch alles bitteschön? Dann sagt der Verband am Ende dazu: Nicht genügend! Das ist okay. Früher hätte ich mich darüber echauffiert, heute denk ich mir nur, dass man mich gern haben kann. Ja, es stimmt. Wir hatten bei den Junioren am Ende ganz knapp nicht mehr die erforderliche Spieleranzahl, rechnet man die Schwazer Spieler weg. Allerdings hätten wir aber auch den einen oder anderen Verletzten in der Team-Area umziehen lassen können und dann hätten wir das auch pro forma erledigt gehabt. Geht es dann wirklich allen damit besser? Dann machen wir das in Zukunft so. Dann hätte es geheissen wir schummeln auch, weil die Spieler haben ja gar nicht gespielt und waren verletzt. Manchmal frag ich mich, was man von uns will. Wir reissen uns den Hintern auf, gewinnen Spiele, unser Programm rennt gut an, dann wird man dafür noch verwarnt. Was bin ich froh, dass die WSO wenigstens noch in Vorarlberg angewandt wird, sonst könnte man fast meinen sie wäre schon überall außer Kraft gesetzt worden."

Auch Black Lions-Präsident Manfred Mocher ist darüber nicht erfreut. "Wo steht, dass ich in Slowenien keine Spieler für mein Team rekrutieren darf? Sind wir aus der EU ausgetreten? Man wirft uns vor wir tun nichts, dann tun wir etwas und das ist auch nicht Recht!? Wir haben derzeit nicht die Quantität an Spielern in Kärnten um ein ganzes Junioren-Team zu stellen. Einige unserer Junioren spielen ja bekanntlich auch wo anders. Wir haben uns daher überlegt mit den Laibachern zu kooperieren und jetzt soll das nicht mehr gelten? Das wundert mich."

Verbandspräsident Michael Eschlböck relativiert die Sache. "Zum einen ist vom Commissioner vor der Meisterschaft klar gemacht worden, dass die erforderliche Mindestspieleranzahl auch ohne "Zugaben" von anderen Teams erfüllt werden muss. Zum anderen liegen die Dinge in Hohenems sicher nicht so, dass der Verband die geleistete Arbeit schlecht machen will. Es ist ja offensichtlich, dass sich hier etwas getan hat und hiermit lobe ich die Devils, denn sie haben gute Arbeit geleistet. Die Verwarnung ist eine reine Formsache und hat ja auch, da es die erste Warnstufe ist, keine wirklichen Konsequenzen für sie. Aber wenn wir alle anderen verwarnen, weil sie etwas getan haben was nicht in Ordnung war, dann müssen wir das auch mit den Devils machen, weil da hat auch etwas nicht gepasst. Es waren zu wenige Junioren-Spieler aus dem eigenen Programm bei zumindest einem Spiel. Punkt. Angesichts der Entwicklung wird das ja vermutlich auch der letzte Brief sein, welchen die Blue Devils erhalten haben."

Der Datenschutz
Vergangegen Mittwoch bekamen wir auch Antwort vom AFBÖ auf eine Anfrage betreffend die 50-Prozent-Regel in der WSO. Die Danube Dragons hatten im Junioren-Playoff einen Spieler im Einsatz, der laut WSO deshalb nicht spielberechtigt gewesen wäre, weil er zvor die Hälfte der Grunddurchgangsspiele nicht bestritten hat. Der Verband verwies auf eine zehn Jahre alte Abmachung, welche deshalb Gültigkeit habe, weil alle anderen Playoff-Teilnehmer sie kennen und auch anwenden. Unsere Anfrage war, welche Spieler anderer Playoff-Teilnehmer im Einsatz waren laut dieser Erklärung, wonach alle diese Vereine das gewusst und auch praktiziert hätten.

Nun, es gibt darauf keine Antwort, bzw. diese, dass aus Datenschutzgründen keine Spieler die an Wettspielen teilgenommen haben an Dritte weitergeleitet oder veröffentlicht werden dürfen (sic!). Wir haben daraufhin die Anfrage umformuliert und fragten nun an welche Vereine im heurigen Playoff diese Ausnahmeregel in Anspruch nahmen. Die Evaluierung dieser Fakten könnte einige Zeit in Anspruch nehmen, war mal die erste Antwort darauf. Wir haben ja Zeit…

Mittlerweile ist auch klar, warum das geheime Schriftstück mit der Ausnahmeregelung niemals an die Vereine erging, denn es gibt gar kein solches. Die Annahme die 50-Prozent-Regel der Wettspielordnung gilt für den Nachwuchs nicht, basiert lediglich auf der Erinnerung einer mündlichen Absprache aus dem Jahre 1997. Ja, Sie haben ganz richtig gelesen. Damals sagte Abraham zu Bebraham er würde gern ein Zebra haben. Daher gilt die WSO 2007 nicht mehr. Bis auf die oben genannten Ausnahmen natürlich. Der Kuschelzoo wir am 24. November wohl eher geschlossen haben.

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