Die Amstetten Thunder und die SV Stallions/Bears sind als krasse Außenseiter in die Saison gegangen und an der Rolle hielten sie gegen die Zwangsabsteiger LA Titans und CNC Gladiators fest, die sich beide nach vier Runden bereits Richtung Iron Bowl aus dem Staub gemacht haben.

Nur mehr um die Relegation
Da es in dieser Liga keine Playoffs gibt und das Finale in Amstetten stattfindet, geht es für die Südstädter und Burgenländer nur mehr um die goldene Ananas und die Ehre. Für die anderen beiden Teams geht es aber noch um die Relegation, bzw. darum diese zu umgehen. Oder doch nicht?

Was passiert mit der Division 2?
2009 wird es die Styrian Stallions in der Form nicht mehr geben. Die meisten Spieler werden in die Styrian Bears übergehen, die sich in Graz angesiedelt haben und 2009 in der untersten Liga an den Start gehen, so sie im Herbst auch ihre Qualifikationsspiele bestreiten. Dieser ‚Wechsel‘ geht offensichtlich recht komplikationslos über die Bühne. Die Bears helfen heuer den Stallions, danach geht man gemeinsam in die Landeshauptstadt und wird lightblue.

Dass sich der Division 2 (das können bei einem Abgang der Stallions/Bears nur mehr die Amstettener sein) sich deshalb die Relegation erspart, ist selbst dann und bei einer zusätzlichen Aufstockung der Division 2 aus der Division 3 nicht sicher. Die Aufgabe könnte leichter werden, spielt man nicht gegen den Meister der dritten Klasse. Fest steht aber, dass mit der Liga im nächsten Jahr etwas passieren muss. Gladiators und/oder Titans und/oder Knights auf Amstetten loszulassen, in einer mauen Vierer-Liga, kann es nicht sein. Wir sehen hier die Ableger der Großklubs aus Graz und Innsbruck gefordert, sich ihres wahren Leistungspotentials bewusst zu werden und danach auch zu handeln.

Gladiators in der Zwickmühle beim Chillen
Die Rolle der Burgenländer in der Liga mutet ein wenig seltsam an. Vor der Saison wollten sie die Klasse nicht nur gewinnen, sondern auch aufsteigen, sprich die Relegation absolvieren. Davon hat man schon länger nichts mehr gehört, dafür aber die recht überraschende Aussage ihres Präsidenten, dass man sich in der Division 2 eigentlich ganz wohl fühle. Was steckt da dahinter? Die Gladiators ‚leben‘ von der CEFL. Von Spielen gegen europäische Hauptstädte. Das ist der Stoff aus dem Spitzensportförderungen und Sponsorengelder gemacht sind. Paul Edelsbrunner wortwörtlich: ‚Ob wir in der Division 1 oder Division 3 spielen, ist aus wirtschaftlicher Sicht für uns ein und das selbe. Wichtig ist, dass wir CEFL spielen und da gut.‘ Und genau das machen sie auch zurzeit. Ein Aufstieg in die Division 1 würde eigentlich nur eine zusätzliche sportliche Belastung bedeuten. Was gedenkt man den restlichen Grunddurchgang (zwei Spiele) zu tun? ‚Chillen und Grillen‘, so Edelsbrunner keck. Nur was für Giants und Raiders gilt, muss auch für sie (Gladiators) gelten. Sind sie zu stark, dann gehören sie raus. Das Nachwuchsproblem dürfte gelöst sein, ergo steht dem nichts im Wege. Wollen sie unten bleiben (mit Absicht), dann sollten sie auf den Einsatz ihrer ‚AFL-Equipe‘ in der dritten Klasse in Zukunft verzichten. Die Kunst mit dem Spielermaterial zu dominieren, ist nicht wirklich spannend zu beobachten.

Das sieht auch ihr Quarterback Bernhard Kamber so. Der Kärntner verspürt ‚keine Lust auf dieses Liga‘ und möchte den Titel holen, die Relegation gewinnen und 2009 wieder in der Division 1 spielen. Das sei ‚Ehrensache‘ für ein Team dieser Stärke.

Wochenenden der Wahrheiten
Die letzten beiden Spielwochenenden brachten Klarheit. Überraschten die Stallions/Bears gegen die LA Titans noch mit einer knappen Niederlage ihrerseits beim Auftakt, ist das Pulver der ‚Kleinen‘ nach vier Runden verschossen. Die Titans spielten sich mit den Thunder (78:0 nach Hin- und Rückspiel), ebenso wie die Gladiators mit den Stallions/Bears (81:20). Die Finalteilnehmer stehen fest, dabei ist noch ein Drittel des Grunddurchganges zu spielen. Auch das kann nicht im Sinne des Erfinders sein, zudem vorhersehbar war, was tatsächlich eingetroffen ist. Innerhalb der kleinen Klasse drei hat sich noch eine 3a und 3b Unterstufung ergeben, ein künstliches Gebilde mit zwei Alphatieren und zwei Omegas. Man durfte sich nicht mehr erwarten.

Vier-Ligen-System
Generell ist die Einteilung der 21 Teams in Österreich (von 18 Vereinen) in vier Klassen als Basis-Idee aber wohl sinnvoll. Man wird sich nur nach diesem Jahr anschauen müssen, wie man sie einteilt. Und auch dabei beachten, was die Black Lions und Blue Devils tun. Ihr Verbleib in der AFL ist, wie jedes Jahr um die Zeit, alles andere als sicher, ein seriöser Aufsteiger in die Bundesliga ist nicht in Sicht. Spielt Ems und Kärnten 2009 zweitklassig, dann wirft das neue Fragen auf. Unter viele anderen auch: Wie orientiert man sich europäisch? Die CEFL wird neben den Geldvernichtungsanlagen der EFAF zur immer interessanteren Alternative für viele Mannschaften, und die CEFL hätte 2009 gerne einen zweiten Klub aus Österreich bei sich. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich da auch einer finden wird.

Das ist dem AFBÖ alles wohlbekannt und der hält sich die Option gescheiter Weise auch offen. Bei der ‚Firma CEFL‘ ist nicht alles Gold was glänzt, es nehmen heuer z. B. einige ganz schwache Teams teil (eine Klassenaufteilung wird bereits angedacht), aber im Vergleich zu anderen europäischen Bewerben, die fast ausschließlich nur mehr von den Zuschauermassen und Geldern heimischer Teams profitieren, eine Sache mit Esprit und Zukunft. Und zudem ein Gegenkonzept zur dunkelgrauen Vision von Dr. Stefan Herdey, der aus ureigenstem Interesse niemals Recht behalten darf.

Walter H. Reiterer

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