Der geschichtsträchtige Kickoff in die erste Saison der AFLE (The League Europe) wurde für die Vienna Vikings zu einem wahren Volksfest. Bei sommerlichen Bedingungen und rund 27 Grad peitschten 3.821 begeisterte Fans im ausverkauften Wiener Sport-Club Stadion das Heimteam nach vorne. Berlin Thunder, das mit großen Ambitionen angereist war, fand über die gesamte Spielzeit kein wirksames Rezept gegen die perfekt eingestellte violette Maschinerie.

Besonderen Glanz erhielt dieser Season Opener zudem durch prominenten Besuch aus den USA: Ein echter NFL-Superstar verfolgte das Spiel live auf der Tribüne in Hernals. Marshawn Lynch zeigte sich nahbar für die Fans und war sichtlich begeistert vom Gameday-Ambiente der Wikinger.

Angeführt von einem entfesselten Quarterback Ben Holmes ließen die Wiener schon in der ersten Halbzeit keinerlei Zweifel aufkommen. Selbst als im packenden Finish die zweite Reihe rund um Eigenbau-Spielmacher Nico Hrouda übernahm, blieb die Dominanz der Wikinger ungebrochen.

1. Halbzeit: Ben Holmes und eine dominante O-Line zerlegen Berlin

Nach einer kurzen Aufwärmphase im ersten Viertel drückte die Vikings-Offense brutal aufs Tempo. Den ersten und somit historischen Touchdown der neugegründeten Liga scorte US-Receiver Darrell Stewart Jr. nach einem Traumpass von QB Ben Holmes. Der Wiener Spielmacher verbuchte 156 Passing Yards, einen Touchdown-Pass und lief zwei weitere Male selbst in die Endzone.

Vienna Vikings vs. Berlin Thunderl, Karri Pajarinen
Karri Pajarinen
Foto: Hannes Jirgal

Dank einer überragenden Leistung der Offensive Line rollte auch das Laufspiel wie auf Schienen. Runningback Karri Pajarinen glänzte mit 103 Rushing Yards und tankte sich im zweiten Viertel aus zwei Yards zum zwischenzeitlichen 21:0 durch. Berlin stand sich zudem mit eklatanten Disziplinlosigkeiten selbst im Weg und kassierte unglaubliche 108 Straf-Yards.

Kurz vor der Pause setzte die Wiener Defensive den ersten großen Wirkungstreffer: Defensive Back Pablo Araya fing einen Pass von Berlins Jakeb Sullivan per Interception ab. Am Ende war es wieder Holmes der per 1-Yard-Sneak den komfortablen 28:0-Halbzeitstand besorgte.

2. Halbzeit: „Iceman“ Fernandez friert Berlin ein

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nicht. Während Johannes Schütz im dritten Quarter per 10-Yard-Lauf auf 35:0 stellte, zog die Wiener Verteidigung den Gästen endgültig den Zahn. Allen voran Pass Rusher Alejandro Fernandez: Der „Iceman“ machte seinem Namen alle Ehre, terrorisierte die Berliner Offense mit 5 Tackles, 3 Sacks, 3 Tackles for Loss sowie einem Forced Fumble und wurde völlig verdient zum TISSOT Player Of The Week gewählt.

Vienna Vikings vs. Berlin Thunder,Albert Wiesigstrauch
Albert Wiesigstrauch
Foto: Hannes Jirgal

Angesichts der klaren Verhältnisse brachte Head Coach Chris Calaycay frühzeitig die zweite Reihe aufs Feld. Backup-Quarterback Nico Hrouda übernahm das Kommando. Zwar durften die Österreicher zuerst einen krachenden 136-Yard-Nachmittag von Runningback Albert Wiesigstrauch bejubeln, der das Ei aus 14 Yards zum 42:0 in die Endzone trug, ehe Berlin durch einen 41-Yard-Pass von Sullivan auf Jon Cole den Ehrentreffer zum 42:7 erzielte.

Das letzte und spektakulärste Highlight des Nachmittags war jedoch wieder in violetter Hand. Nico Hrouda bewies seine exzellente Übersicht und schickte Noah Toure mit einem tiefen Pass auf die Reise, der nach satten 58 Yards zum 49:7-Endstand in der Berliner Endzone einschlug.

Ausblick: Morgen London, nächste Woche Polen

Mit diesem Statement-Sieg haben die Vikings frühzeitig ihre Ambitionen untermauert. Das AFLE-Auftaktwochenende wird morgen Sonntag in London komplettiert, wo die Warriors die Breslau Panthers empfangen. Genau dorthin reisen die Vikings in Woche 2: Am Sonntag, dem 31. Mai, wartet das schwere Auswärtsspiel bei den Wroclaw Panthers (live auf Krone TV, Red Bull TV und via AFLE+ Game Pass).

AFLE WEEK 1

Vienna Vikings (1-0) vs. Berlin Thunder (0-1) 49:7
(7:0/21:0/7:0/14:7)
Sa. 23.05. | 17:00 Uhr |📍 Sport-Club-Stadion Wien

Scoring Overview:
• 1. Qtr: VIK – Darrell Stewart Jr. 12 yd pass from Ben Holmes (Dennis Tasic kick) | 7:0
• 2. Qtr: VIK – Ben Holmes 9 yd run (Dennis Tasic kick) | 14:0
• 2. Qtr: VIK – Karri Pajarinen 2 yd run (Dennis Tasic kick) | 21:0
• 2. Qtr: VIK – Ben Holmes 1 yd run (Dennis Tasic kick) | 28:0
• 3. Qtr: VIK – Johannes Schuetz 10 yd run (Dennis Tasic kick) | 35:0
• 4. Qtr: VIK – Albert Wiesigstrauch 14 yd run (Dennis Tasic kick) | 42:0
• 4. Qtr: BTH – Jon Cole 41 yd pass from Jakeb Sullivan (Nils Schauerte kick) | 42:7
• 4. Qtr: VIK – Noah Toure 58 yd pass from Nico Hrouda (Dennis Tasic kick) | 49:7

Die wichtigsten Team-Statistiken zum Spiel

Der Blick auf die Zahlen unterstreicht die violette Dominanz, zeigt aber vor allem das riesige Disziplinproblem der Berliner auf:

Kategorie Berlin Thunder Vienna Vikings
Total Yards  259 Yards 435 Yards
Passing Yards 214 Yards 245 Yards
Rushing Yards 45 Yards 190 Yards
Strafen / Yards  118 Yards 70 Yards

*Hinweis: Die offiziellen Gesamt-Statistiken der Liga werden nach Spielende im System finalisiert.

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