Die Fehérvár Enthroners haben bereits vor zehn Tagen ihren Einstieg in die AFL bekannt gegeben, womit nun ein Viertel der Teams der österreichischen Bundesliga nicht aus Österreich sind. Erstmals wäre damit möglich, dass der Drittplatzierte der Bundesliga Österreichischer Staatsmeister wird.

Die Enthroners haben 2022 die Silver Bowl mit einer weiteren Perfect Season in Österreich gewonnen. Damals wollte man die Ungarn aber nicht in der AFL haben. Die schlossen sich daraufhin der ELF an und blieben mit ihrem Academy Team in der zweiten österreichischen Liga.

Fehérvár Enthroners vs. Vienna Knights
Enthroners vs. Knights wird es auch 2026 geben. Statt in der Division 1 nun in der AFL.

Für die erfolgsverwöhnten Ungarn (zweifacher Gewinner der Hungarian Bowl 2019 und 2022 und des CEFL-Cups 2022, Gewinn der Mission-, Challenge-, Iron- und Silver Bowl) entstand daraus eine Lose-Lose-Situation: Weder konnte das unter Academy Programm in Österreich laufende Team an die Erfolge davor anschließen, noch riss man in der ELF Bäume aus. Im Gegenteil: Die Tendenz in den drei ELF-Saisonen zeigte stets nach unten, bei einer Gesamtbilanz von 6-30.

Bei der Gründung der Franchise Allianz in der ELF waren die Ungarn noch mit an Board, bei der European Football Alliance (EFA) wollte man sie, ebensowenig wie die Cologne Centurions und Helvetic Guards nicht mehr dabei haben. Ohne deren Namen auszusprechen, kritisiert die EFA den Zustand dieser Teams als „nicht wettbewerbsfähig„. Für die AFL dürfte es aber locker reichen. Der AFBÖ spricht in einer Aussendung seinerseits von einem „Rückzug (Anm.: der Enthroners) aus der ELF“.

Ohne Nachwuchsmannschaft in die AFL

Die Überraschung ist sicher der Einstieg der Vienna Knights. Nachdem weder die Rangers als #1, noch die Bears als #2 der Division 1 wieder in die AFL rauf wollten, gehen die Knights als Dritte der abgelaufenen Saison in die Bundesliga. Ein Schritt, den die Wiener selbst beim Gewinn der Silver Bowl 2023 nicht wagten. Die Knights treten seit Jahren in keiner Nachwuchs-Altersklasse bei einer Meisterschaft mit einem eigfnen Team an, bezeichnen ihre Nachwuchsarbeit selbst als „kontinuierlich“.

Vor nicht allzu langer Zeit wäre ein AFL-Einstieg eines Vereins wie jenem der Vienna Knights schon auf Grund der Regeln unmöglich gewesen. Die Kriterien wurden vom AFBÖ aber Jahr für Jahr gelockert, bzw. missachtet und am Ende zu Gunsten einer quantitativen Expansion abgeschafft. Zuletzt spielten die Styrian Bears, Telfs Patriots und Amstetten Thunder ohne Nachwuchsteilnahme in der AFL. Zwei der drei werden 2026 bei gar keiner Meisterschaft mehr mit dabei sein.

Der AFBÖ sagt dazu, die Knights hätten ihm „ein solides Konzept präsentiert, das den nachhaltigen und mittelfristig kompetitiven Verbleib in der AFL sichern soll.“

Zuletzt bewarb der Österreichische Football Bund seine 6er Liga noch mit dem Claim „Qualität statt Quantität“ und konnte damit den Abgängen von Mödling und Telfs etwas Positives abgewinnen. Man darf dahingehend auf den nächsten Werbespruch des Verbandes gespannt sein, hat Mödling die Knights 2025 gesweept. Außer, dass es wieder „spannend“ wird. Das weiss er heute schon.

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