Am Sonntagnachmittag mussten sich die SWARCO Raiders Tirol den Graz Giants im Innsbrucker American Football Zentrum mit 17:34 geschlagen geben. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit entschieden vor allem folgenschwere Ballverluste der Tiroler die Partie zugunsten der Gäste aus der Steiermark. Die Giants schließen die Regular Season damit auf Platz drei ab und empfangen am kommenden Wochenende die sechstplatzierten Salzburg Ducks in der Wild Card Round.
Parallel dazu gewannen die AFC Vienna Vikings die packende Charity Bowl mit 20:19 gegen die Danube Dragons. Die Wikinger bekommen es in der Wild Card Round auswärts mit den überraschend starken Vienna Knights zu tun. Die Danube Dragons wandern trotz der Derby-Niederlage als Grunddurchgangssieger mit Heimrecht direkt ins Halbfinale (Bye Week).
Mathematische Premiere: Der SoS regelt das Tabellen-Finish
In zwei extrem engen Tabellen-Konstellationen musste nach den Sonntagsspielen die im Herbst 2025 von den AFL-Vereinen beschlossene Regelung der Wettspielordnung (WSO Teil 1 §13 Absatz 12) angewendet werden. Bei Gleichstand der Sieg-Niederlagen-Bilanz entscheidet demnach die statistische Stärke der jeweils absolvierten Gegner (der Strength of Schedule).
Das Rechenzentrum des AFBÖ spuckte am Sonntagabend folgende endgültige Platzierungen aus:
- Das Duell um Platz 3 (Graz Giants vs. Speedfit Vienna Knights): Beide Teams beendeten die Regular Season mit einer starken 7-3 Bilanz. Da der direkte Vergleich in einer komplexen mathematischen Mehrfach-Schnittmenge nicht eindeutig griff, entschied der SoS-Wert. Hier hatten die Graz Giants den höheren Wert auf ihrer Seite, platzieren sich vor den Knights auf Rang drei und sicherten sich das wichtige Heimrecht für das Wild-Card-Wochenende.
- Der Krimi um das letzte Playoff-Ticket (Salzburg Ducks vs. Fehervar Enthroners): Im Kampf um Tabellen-Endposition 6 wiesen am Ende sowohl Salzburg als auch Fehervar dieselbe Bilanz auf. Da beide im direkten Vergleich jeweils ein Spiel gegeneinander gewonnen hatten, musste auch hier der Rechenschieber her. Die Salzburg Ducks platzierten sich aufgrund des höheren Strength-of-Schedule-Wertes vor den Fehervar Enthroners und schnappten sich als Tabellensechster den letzten verbliebenen Postseason-Spot.
Die Paarungen der Wild Card Round am kommenden Wochenende:
- Graz Giants (3) vs. Salzburg Ducks (6)
- Speedfit Vienna Knights (4) vs. AFC Vienna Vikings (5)
Die Danube Dragons (Platz 1) und die Prague Black Panthers (Platz 2) überspringen die Wild Card Round und stehen bereits fix im Halbfinale.
Warum an der Spitze kein SoS angewendet wurde
Aufmerksamen Tabellen-Beobachtern fiel am Sonntagabend sofort auf: An der absoluten Tabellenspitze thronen die Danube Dragons und die Prague Black Panthers mit exakt derselben Bilanz von 8-2 Siegen. Warum kam es hier eigentlich zu keiner Berechnung des Strength of Schedule?
Des Rätsels Lösung liegt in der klaren Hierarchie der Tie-Breaker-Regelungen der österreichischen Wettspielordnung (WSO). Haben zwei Vereine nach Abschluss des Grunddurchganges das gleiche Verhältnis, gilt folgende strikte Reihenfolge:
- Das Verhältnis der Siege zur Anzahl der absolvierten Spiele zwischen den Vereinen (Direkter Vergleich)
- Der höhere Strength-of-Schedule-Wert
- Differenz der erzielten zu den erhaltenen Punkten zwischen den Vereinen
- Differenz der erzielten zu den erhaltenen Punkten im gesamten Bewerb
- Die höhere Anzahl der erzielten Punkte
- Die niedrigere Anzahl der erhaltenen Punkte
- Entscheidungsspiel
- Losentscheid durch den Vorstand des AFBÖ
Da die Danube Dragons das einzige direkte Duell der Regular Season gegen die Prague Black Panthers für sich entscheiden konnten, griff sofort Punkt 1 der WSO. Der direkte Vergleich sticht den SoS aus, weshalb die Dragons ohne mathematische Umwege zum offiziellen Grunddurchgangssieger gekürt wurden.
Konjunktiv-Fun-Fact: Hätte Punkt 1 der WSO den Gleichstand an der Spitze nicht aufgelöst und wäre tatsächlich der Strength of Schedule schlagend geworden, hätten die Tschechen gelacht. Den reinen SoS-Wert zwischen Prag und den Dragons hätten nämlich die Prague Black Panthers gewonnen. Durch die WSO-Hierarchie kommt dieser statistische Vorteil für Prag jedoch nicht zur Anwendung.
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