In der Südstadt fiel am Freitag der Startschuss für die Austrian Football League 2026. Beim Media Day gaben sich die acht Teams kämpferisch – doch über der Vorfreude schwebt noch immer der Schatten eines turbulenten Vorjahres.

Wien/Maria Enzersdorf – Wenn am 28. März die Danube Dragons und die AFC Vienna Vikings die Saison 2026 eröffnen, ist es mehr als nur ein Kickoff. Es ist der Versuch, ein Kapitel zuzuschlagen, das den Verband und die Fans bis tief in den Winter beschäftigt hat.

Das Erbe des „Grünen Tisches“

Die Ausgangslage für 2026 könnte brisanter nicht sein. Nach dem Lizenz-Chaos und den nachträglichen Strafverifizierungen gegen die Salzburg Ducks, die schließlich zur Annullierung der kompletten Playoffs 2025 führten, starten die Danube Dragons als amtierender „Staatsmeister am grünen Tisch“ in die Spielzeit.

Dass ausgerechnet das Wiener Derby den Auftakt bildet, sorgt für zusätzliche Würze: Die Vikings, die sportlich im Vorjahr den Titel am Feld feierten, brennen darauf, die Hierarchie in der Hauptstadt wieder geradezurücken.

Rückkehr in die Südstadt: Ein Signal der Stabilität

Ein deutliches Zeichen für die Professionalisierung und die Rückkehr zur Tradition ist die Wahl des Finalortes. Wie Football-Austria bereits berichtete, kehrt die Austrian Bowl XLI am 25. Juli 2026 in die Datenpol Arena (Südstadt) zurück. Nach den Experimenten der letzten Jahre setzt der AFBÖ damit auf eine Arena, die Football-Geschichte atmet.

„Abgeschlossen wird die Saison dort, wo sie hingehört“, war der Tenor beim Media Day, der standesgemäß direkt am Finalort stattfand.

Acht Teams und neue Machtverhältnisse

Das Teilnehmerfeld hat sich grundlegend gewandelt. Mit den Fehervar Enthroners kehrt ein ehemaliges ELF-Franchise zurück in den Schoß des Verbandes. Ebenso gespannt blickt die Liga auf die Speedfit Vienna Knights, die nach Jahren in den unteren Ligen nun unter Head Coach Ivan Zivko den Aufstieg in das Oberhaus vollziehen.

Die Stimmen der Protagonisten:

  • Graz Giants: Head Coach Stefan Pokorny stapelt nicht tief: „Wir wollen in die Austrian Bowl – alles andere wäre tiefgestapelt.“
  • Salzburg Ducks: Nach dem Wirbel im Vorjahr will man sportlich antworten. „Das zweite Jahr ist einfacher, die Spieler wissen, was sie erwartet“, so Head Coach Joe Ashfield.
  • Swarco Raiders Tirol: Der Fokus liegt auf der Entwicklung. DB Lorenz Kriwak betont die Qualität des Nachwuchses: „Talent ist jede Menge vorhanden, wir entwickeln uns jede Woche weiter.“
 Eine Liga im Umbruch

Die AFL 2026 ist eine Liga der Gegensätze. Während die Traditionsvereine verstärkt auf Heeressportler setzen, rüsten Aufsteiger wie die Knights mit erfahrenen Akteuren wie QB Chad Jeffries auf. Nach dem „Titel-Wirbel“, wie ihn auch Massenmedien thematisierten, steht der Sport unter genauer Beobachtung. Die Fans verlangen nach klaren Entscheidungen auf dem Feld – und nicht im AFBÖ Office.

Mit dem veröffentlichten Spielplan hat der Verband zumindest organisatorisch die Schienen für ein geordnetes Jahr gelegt. Das Potenzial für eine historische Saison ist da – sofern das Drama diesmal innerhalb der 100 Yards bleibt.

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Meistbewertet
Neueste Älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen