Die Graz Giants sorgen für ein kräftiges Ausrufezeichen in der Austrian Football League: Erstmals seit einer Dekade bricht der steirische Traditionsverein mit der Tradition der US-Import-Quarterbacks. Bastian Steinmair wird die „Giganten“ in der Saison 2026 als Starting Quarterback anführen – ein historischer Schritt für das Franchise und ein starkes Signal für den österreichischen Football.

Das Ende einer langen Wartezeit

Man muss in den Geschichtsbüchern weit zurück blättern, um eine ähnliche Situation in Graz zu finden. Genau zehn Jahre ist es her, dass zuletzt ein Österreicher die Geschicke der Giants-Offense als gesetzter Starter leitete. 2016 war es Chris Gubisch, der das Team bis in die Austrian Bowl führte, bevor er den Sprung in die German Football League (GFL) wagte. Seitdem war die Position des Signal Callers in Graz fest in US-amerikanischer Hand.

Für Bastian Steinmair geht mit der Beförderung zum Starter ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Für mich bedeutet es extrem viel“, so Steinmair, der seine Karriere bereits mit zwölf Jahren im Nachwuchs der Giants begann. „Es war immer ein großer Wunsch, eines Tages als Starting Quarterback für die Kampfmannschaft auf dem Feld zu stehen. Dass ich diese Rolle jetzt übernehmen darf, macht mich sehr stolz.“

Vom Nachwuchs über die „Bears“ an die AFL-Spitze
Bastian Steinmair
Bastian Steinmair
Foto: Lisa Portenschlager

Steinmairs Weg an die Spitze war kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Entwicklung. Nach ersten Jahren bei den Giants 2 entschied er sich bewusst für einen Zwischenschritt in der Division 1 bei den Styrian Bears, um wertvolle Spielpraxis zu sammeln. Seit 2024 ist er zurück im Kader der Kampfmannschaft und konnte bereits in der vergangenen Saison seine Kaltblütigkeit unter Beweis stellen: Im Auswärtsspiel gegen die Vienna Vikings sprang er für den verletzten Import-QB ein und drehte die Partie im letzten Drive zugunsten der Grazer.

Giants Head Coach Stefan Pokorny sieht den Zeitpunkt für diesen Wechsel gekommen: „Bastian hat sich über die letzten Jahre stark weiterentwickelt und er ist bereit, in der AFL als Starter aufzulaufen. Er konnte bereits den ganzen Herbst mit seiner Receiver-Gruppe am Timing und an der Chemie arbeiten.“

Ein Zeichen für den heimischen Football

Die Entscheidung der Giants ist auch ein Spiegelbild der steigenden Qualität österreichischer Spielmacher. Steinmair selbst sieht sich als Teil eines positiven Trends, in dem heimische Talente vermehrt das Vertrauen der Vereine gewinnen. Dass die Giants – einer der erfolgreichsten Vereine des Landes – diesen Weg nun konsequent einschlagen, unterstreicht die Reife des Programms.

Mit Steinmair setzen die Giants auf Kontinuität und Identifikation. Ob er in die großen Fußstapfen von Chris Gubisch treten und die Giants erneut in Richtung Endspiel führen kann, wird eine der spannendsten Geschichten der AFL-Saison 2026 sein.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Meist bewertet
Neueste Älteste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen