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09.03.2018 16:11
Von: Walter Reiterer

End of game

Der internationale Football kann nach dem Urteil des Sportgerichtshof nach dreijähriger Schockstarre wieder aufatmen und zu sich finden. Ein Kommentar von Walter Reiterer.


Der Vorstand der keiner mehr ist.
Foto: Herbert Kratky/Montage

Das Verwaltungsgericht Köln fällte 2015 ein Urteil.

Alles begann vor knapp dreieinhalb Jahren. Also eigentlich begann es viel früher, aber die Zeit des internationalen Hick-Hacks und Stillstands hatte im Dezember 2014 seinen Anfang.

Der schwedische Verband unter der Führung von Tommy Wiking, der gleichzeitig auch Weltverbandspräsident war, musste die in Stockholm geplante WM absagen. Man konnte einen Event in der Größe in Schweden einfach nicht bewerkstelligen. Dabei stand Wiking 2011 noch im Pressesaal des Happel Stadions und verkündete nach dem denkwürdigen WM-Finaltag im Prater, dass das alles ganz nett sei, was Österreich da auf die Beine gestellt hat, in vier Jahren gehe in Stockholm dann aber wirklich die Post ab. Von einem Stadionneubau, Ausweitung des Teilnehmerfeldes und geplanten 300.000 Zuschauern in drei Spielwochen war da die Rede. Es kam dann ganz anders.

Sie kennen das sicher, wenn ihnen jemand gegenüber steht, der ausufernd und mit großen Gesten über riesige Projekte spricht, aber irgendwas fühlt sich dabei nicht richtig an. Nun, dieses Gefühl hatte ich bei Wiking, den ich damals schon für einen Blender hielt, der vielleicht eine Grillparty organisieren kann, aber nicht viel mehr. Ich sagte dem damaligen AFBÖ Pressesprecher auch, dass ich nicht glaube, dass in Schweden 2015 eine WM stattfinden wird, wenn der Mann dafür verantwortlich ist. Der hob die Brauen und wackelte mit dem Kopf, um die Saat des Zweifels gedanklich schnell wieder los zu werden. Allein es half nicht.

Einer der größten Kritiker Wikings war stets der deutsche Verbandspräsident Robert Huber. Der sägte über Jahre am Stuhl des Schweden, das mit überschaubarem Erfolg. Als Wiking nach dem WM-Desaster der IFAF seinen Rücktritt anbot, hätte man meinen können, es sei der Tag des Triumphs für den CDU-Lokalpolitiker gekommen, der große Ambitionen hatte, selbst ganz oben zu stehen. Die männliche Merkel des Footballs sozusagen, der den Kurs vorgibt, den anderen Nationen zeigt, wo es langgeht.

Dass die Football-Welt mit ihm als Boss eher schlecht als recht beraten wäre, ist gut verbrieft. Ebenfalls 2015 klagte sein Verband das deutsche Innenministerium wegen abgelehnter Sportförderung. Mit dem darauf folgenden Urteil des Verwaltungsgerichts Köln ging man dann vorsorglich nicht mehr an die Öffentlichkeit. Kurz gefasst wurde dem deutschen Footballverband darin mitgeteilt, dass seine Funktionäre derart ungewöhnlich hoch für ihre Tätigkeiten entlohnt werden, so man eigentlich davon ausgehen muss, dass dort nichts mehr gefördert werden muss.

Einen positiveren Bescheid für Rücktrittsreife kann man sich gar nicht ausmalen, in Deutschland hat sich das System Huber aber gut ausgebreitet und ist fest verwurzelt. Bestens vernetzt und mit den richtigen Köpfen in den Landesverbänden, die den Präsidenten wählen, ist die Sorge um den weiteren Verbleib an der Spitze (Deutschlands) überschaubar. Die Frage ist nur, wie lange dabei die Basis noch zusehen wird. Huber ist seit 21 Jahren ihr Präsident.

Zurück zum seinem vermeintlichen Tag des Triumphs, der keiner war. Mit dem Ausscheiden Wikings wurde auch rasch klar, dass nicht er, Huber, sondern die USA eine gewichtigere Rolle im Weltverband übernehmen wird. So schnell kann ein Receiver der GFL gar nicht laufen, wie zwischen den Intimfeinden Huber und Wiking plötzlich eine dicke Männerfreundschaft entstand. Der Schwede konnte sich an seinen Rücktritt plötzlich nicht mehr erinnern, man wählte sich außerhalb des Jahreskongresses des Weltverbands in einer Hotellobby einen eigenen, passenden IFAF-Vorstand, in den sich Huber zum Vize wählen ließ.

Als Tatmotiv führte man alles mögliche an: die Olympischen Spiele, die WADA und die Sorge um Anti-Doping Gesetze, dass USA Football kein gemeinnütziger Verband ist, sondern seine Funktionäre gutes Geld verdienen (das ist im Zusammenhang mit dem oben genannten Urteil besonders amüsant) u.e.m. Selbst heute noch gibt man sich in einer tragende Rolle, in dem man ein Bekenntnis zum europäischen Sportmodell abgibt. Als ob alle anderen eines zum afrikanischen abgegeben hätten. Es ist Herrn Huber einfach nicht Recht, dass America im American Football mitreden wird, weil seine Stimme an Gewicht verliert und es keine Posten mehr zu gewinnen gibt. Es geht um Einfluss, Macht und am Ende freilich um Geld. Football ist nur das Vehikel.

Jetzt hat der internationale Sportgerichtshof dem Unsinn ein Ende bereitet. Tommy Wiking ist 2015 zurückgetreten, der legitime Weltverbandspräsident heisst daher Richard McLean.

Es ist das "End Of Game" auf internationaler Ebene für die Protagonisten der sogenannten "IFAF Paris", die den internationalen Football drei Jahre in Geiselhaft genommen hat und in Lausanne nun gestellt wurde.

Dass sich Deutschland in Folge selbst bei der anstehenden EM, die ursprünglich in Deutschland hätte stattfinden sollen und nun in Finnland über die Bühne gehen wird, aus dem Rennen genommen hat, weil Huber bis zuletzt hoffte, dass seine Seite am Ende die richtige sein wird und sich dabei komplett verzockt hat, ist eine unerwünschte Nebenwirkung der Kur, durch die der internationale Football nun gehen wird.

Er wird gestärkt aus ihr heraus kommen.






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