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08.10.2017 14:48
Von: Axel Streich

Unicorns holen dritte Deutsche Meisterschaft!

Haller Defense überzeugt im 39. German Bowl / Devin Benton sichert Unicorns einen 14:13-Erfolg.


Die Unicrons sind zum dritten Mal deutscher Meister.
Foto: Manfred Löffler

In einer nervenaufreibenden Partie sicherten sich die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ihre dritte Deutsche Meisterschaft nach 2011 und 2012. Mit 14:13 bezwang man die Rekordmeister Braunschweig NewYorker Lions vor über 13.000 Zuschauern mit 14:13.

Nach den ersten Spielminuten des 39. German Bowls hatten viele geglaubt, dass sich die Schwäbisch Hall Unicorns wohl zum vierten Mal in Folge im Endspiel den Braunschweig NewYorker Lions werden geschlagen geben müssen. Die zuversichtliche Stimmung, die bei der Mannschaft ebenso wie bei den 600 mit nach Berlin gereisten Haller Fans schon fast zu greifen war, war plötzlich verflogen: Die Haller zeigten einen klassischen Fehlstart!

In der Folge war es aber insbesondere die Haller Defense, die die Unicorns immer wieder im Spiel hielt und in manchen Phasen geradezu über sich hinauswuchs. Allen voran Defense End Devin Benton. Ihm gelang neben einem Quarterback Sack und vielen wichtigen Tackles der spielentscheidende Block beim Fieldgoalversuch der NewYorker Lions in den letzten Spielsekunden. Viele im Stadion hatten sich aufgrund seiner Gesamtleistung am Ende gewünscht, dass nicht der zweifellos sehr stark spielende Braunschweiger Runningback David McCants, sondern Devin Benton als MVP (bester Spieler) des Spiels ausgezeichnet worden wäre.

Schon beim eröffnenden Kickoff der Braunschweiger hatten die TSGler Probleme, als eine Ballabgabe von Nate Robitaille an Raheem Wilson misslang. Wenig später warf Marco Ehrenfried den Ball in die Arme des Braunschweiger Verteidigers Christian Petersen. Zwei weitere Interceptions von Ehrenfried sollten im späteren Spielverlauf noch folgen. So war es auch kein Wunder, dass Braunschweig nach fünf Minuten durch einen 4-Yard-Lauf von David McCants mit 7:0 (PAT Tobias Göbel) in Führung gehen konnte.

Die Antwort der Unicorns kam in Form eines akrobatischen Passfangs von Nate Robitaille zum 7:7 (PAT Tim Stadelmayr), nachdem er von Ehrenfried über 16 Yards bedient wurde. Der Haller Knoten war damit aber nicht geplatzt. Auf Braunschweiger Seite zeigten Quarterback Casey Therriault und Runningback David McCants eine überragende Leistung, die mit der 13:7-Führung direkt nach dem ersten Seitenwechsel belohnt wurde. Allerdings misslang den routinierten Lions der zugehörige Extrapunkt. Sie vergaben damit den Punkt, der ihnen am Ende fehlen sollte.

Danach übernahm die Unicorns-Defense die Regie im 39. German Bowl und gab diese bis zum Schluss nicht mehr ab. Bei Dauerregen, der teilweise von kalten Windböen durchs Stadion gepeitscht wurde, setzte sie die Braunschweiger Offense immer wieder in entscheidenden Momenten unter Druck und hielt somit ihrer Offense den Rücken frei. Halls Angriff hatte im zweiten Viertel noch die Ausfälle von Linespieler Daniel Graf und Top-Receiver Nate Robitaille zu verkraften. Beide kamen nach der Pause aber wieder aufs Feld.

Besonders stark agierte die Haller Verteidigung dann in der zweiten Hälfte. Zunächst blockte Cody Pastorino einen Braunschweiger Fieldgoal-Versuch und wenig später stoppte man die Niedersachsen in einem vierten Versuch. Ein Traumpass von Ehrenfried über 79 Yards auf Tyler Rutenbeck, der seinen Ex-Haller Bewacher Nate Morris gekonnt überlief, sorgte Mitte des dritten Viertels für das 13:13 und Tim Stadelmayer kickte den umjubelten Extrapunkt zum 14:13.

Nach dem letzten Seitenwechsel scheiterten die Braunschweiger zunächst an ihrem zweiten Fieldgoal-Versuch und wenig später holte sich die Unicorns-Defense 5 Yards vor der eigenen Endzone den Ball per Fumble zurück. Von hier startete dann die Unicorns den Angriffszug, den ihr Head Coach Jordan Neuman später als den „Championship-Drive“ bezeichnen sollte. Mit acht Spielzügen nahmen sie fast fünf Spielminuten von der Uhr und bewegten den Ball 61 Yards nach vorne.

Bei 2:15 Minuten auf der Uhr vertraute Neuman auf die Defense seines Coordinators Johannes Brenner und ließ die Lions per Befreiungskick an deren 10-Yard-Linie wieder in Ballbesitz bringen. Zwei nervenaufreibende Spielminuten später setzte Braunschweig zum spielentscheidenden Fieldgoal-Versuch an, der durch Devin Benton vereitelt wurde.

„Das schlechte Wetter hat zu vielen Fehlern auf beiden Seiten geführt“, sagte Halls Head Coach Jordan Neuman nach dem Spiel. „Ebenfalls auf beiden Seiten haben wir heute zwei sehr starke Verteidigungen gesehen. Unsere Defense hat uns immer im Spiel gehalten. Ich bin stolz auf mein Team, das sich diesen Titel sehr verdient hat.“

Viertelergebnisse: 7:7 / 6:0 / 0:7 / 0:0 / Final 13:14

Alle Punkte:
7:0 – David McCants – 4-Yard-Lauf (PAT Tobias Göbel)
7:7 – Nathaniel Robitaille – 16-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
13:7 – David McCants – 2-Yard-Lauf (PAT failed)
13:14 – Tyler Rutenbeck – 79-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)






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