< Das große Michael Eschlböck-Interview
12.02.2008 23:27
Von: FA

Das große Michael Eschlböck-Interview

Teil III – Medien, Sponsoren und Marketing. Football-Austria.com hat seine Leser kürzlich gefragt, was Sie vom AFBÖ-Präsidenten Michael Eschlböck schon immer wissen wollten.


Letztlich sind es aber auch Emotionen, die den Ausschlag geben, damit ein Sponsor zubeisst. Ein Entscheidungsträger muss einen emotionalen Bezug zu Football haben, damit er sich letztlich dazu durchringt es zu tun

Es ist einfach so, dass Fußball für die nächsten 50 Jahre die Nummer eins Sportart bleiben wird und dann kommen halt die entsprechenden saisonalen Sportarten, in denen Österreich grad erfolgreich ist, oder aus anderen Gründen im besonderen österreichischen Interesse liegen dran. Ich glaube dass wir auch, verglichen mit anderen Sportarten, im American-Football-Umfeld durchaus gut liegen.

Minis und Schüler sind in einem Alter, wo die Spieler, also Kinder, noch von ihren Eltern zum Training gebracht werden. Weil das Training anderthalb, zwei Stunden dauert, auch die Zeit dann dort verbringen und zuschauen. Das ist die Gelegenheit die Leute anzusprechen, sie einzubinden in den Verein.

Wir haben niemals die Vienna Knights auf der Verbandseite des Verbandsschädigenden Verhaltens beschuldigt, daher besteht auch keine Veranlassung sie dort „rein zu waschen“. Das war eine reine AFBÖ-interne Angelegenheit, die halt von irgendwelchen Menschen an die Medien getragen wurde. Dann sind diese Menschen selber dafür zuständig, aber nicht der Verband.

Der dritte und gleichzeitig letzte Teil schließt das ME-Interview ab.

Den Abschluss der Eschlböck-Trilogie bilden die Themenschwerpunkte Medien, Sponsoren und Marketing. Warum gibt es nach wie vor keinen Ligasponsor? Warum Minis Sponsoren bringen, eine kurze Saisonvorschau und zum Abschluss kommen Antworten zu Einzelfragen, die keinem Themengebiet zuzuordnen waren.

Stimmt es, dass der ORF dafür bezahlt wird, damit er American Football-Spiele zeigt?

ME: Nein. In dem Zusammenhang ist AFL Crush ein Magazin, welches in Kooperation mit dem ORF entsteht. Das ist eine Initiative des österreichischen Verbandes. Der AFBÖ produziert mit den Teams Beiträge, die dem ORF dann zur Verfügung gestellt werden.

Was plant der AFBÖ um American Football in den kommenden Jahren bekannter zu machen?

ME: Wir haben nicht jeden Fan gezählt, ich denke aber, dass die Entwicklung in den letzten Jahren durchwegs eine positive ist. Es gibt auch hier Schübe, wo es merklich weiter geht und dann halt Phasen, wo man das nicht mehr so deutlich erkennt. Es geht aber jetzt in erster Linie mal darum gute Zuschauerzahlen bei den zwei 'Großen' zu haben, sprich Vikings und Raiders, sondern dass sich das auch bei den anderen Teams weiterentwickelt. Das sehe ich durchaus positiv – hier gibt es gute Entwicklungen in Graz nach den Bemühungen der letzten anderthalb Jahre. Ich sehe auch, dass wir in den Medien schön langsam immer besser wahrgenommen werden. Es gibt hier eine sehr lobenswerte Journalisten-Gruppe, da bist ja auch du dabei, die im Print- wie im elektronischen Bereich das Footballfähnlein vor sich hertragen als die großen Vorreiter und Kämpfer. Ich sehe aber gerade in den abgelaufenen Monaten, was die Wahrnehmung der Medien betrifft einen weiteren Schub für 2008 voraus.

Was unternimmt man um konkret in den Printmedien mehr Präsenz zu bekommen?

ME: Das ist relativ schwierig. Da würde es jetzt ins Wirtschaftliche hineingehen. Mehr Präsenz in den Printmedien kann man sich indirekt holen mit entsprechenden Kooperationen, mit Wirtschaftspartnern. Es ist einfach so, dass Fußball für die nächsten 50 Jahre die Nummer eins Sportart bleiben wird und dann kommen halt die entsprechenden saisonalen Sportarten, in denen Österreich grad erfolgreich ist, oder aus anderen Gründen im besonderen österreichischen Interesse liegen dran. Ich glaube dass wir auch, verglichen mit anderen Sportarten, im American-Football-Umfeld durchaus gut liegen. Es gibt halt Geschichten die redaktionell gesteuert sind. Wenn eine Redaktion sagt, unsere Blattrichtung ist prinzipiell die, die sie ist. Du kannst mir etwas schreiben, Wie dick die Spieler sind, wie schön die Party ist und wie lustig das es war, aber bitte ja nichts über Taktik, Technik und Strategie, weil das eben nicht Blattlinie ist, dann wird sich daran wenig ändern. Da muss man prinzipiell froh sein, dass dann überhaupt etwas geschrieben wird. Gerade wenn man sich die Medienclippings ansieht, dann hat sich die Berichterstattung in den letzten Jahren kontinuierlich um 10 bis 15 Prozent pro Jahr erhöht. Ich sehe hier also keinen Stillstand, sondern einen Fortschritt. Wir kommen auch in Meiden mittlerweile hinein, von denen wir es vorher nicht angenommen hatten, oder die zuvor nicht beachtet haben.

Nun ging ein Antrag durch die Sicherheitsbestimmungen für Medien im Bereich der Pflichten an die NCAA Rules anzupassen, die Pflichten der Vereine in dem Bereich wurden aber ausgelassen. Wie passt das zusammen?

ME: Zum einen spielen wir mal das Spiel selbst nach NCAA Regeln. Wir streichen alles raus oder ändern Dinge ab, was für unsere Gegebenheiten und Bedürfnisse passend ist. Das Markanteste ist: Wir spielen 4 Mal 12 Minuten. Jetzt ist diese Sicherheitsgeschichte einfach die, dass es jede Saison immer wieder Unfälle gibt, sprich Zusammenstöße zwischen Spielern, Schiedsrichtern und Kameraleuten, die mehr oder weniger glimpflich ausgegangen sind bis dato. Wobei sich ein ORF-Mitarbeiter vor einigen Jahren mal die Nase gebrochen hat. Das ist der eine Aspekt.

Der andere ist der, dass es langsam in einen Bereich hineingeht, wo es unglaublich schwer wird zu trennen, wer ist hier als Profi unterwegs und wer schießt nur Bilder quasi fürs Familienalbum. Die vielen 'Pappkameras', die wir der Seitenlinie mittlerweile haben - wo sich ja auch die Leute zum Teil amateurhaft verhalten, sprich: jemand macht sein Foto, steht auf und steht vorm Kameraobjektiv des ORF und ähnliches – die kommen weg. Wir bringen damit eine Ordnung in dieses Chaos. Wir haben auch für die Cheerleader-Meisterschaft eine schöne Lösung gefunden, damit man den Haupt-Medien eine bessere Sicht auf das Spielgeschehen gewähren will. Die werden wir entsprechend kennzeichnen und werden vorrangige Positionen haben.

Welche Anstrengungen übernimmt der AFBÖ um einen Ligasponsor zu finden?

ME: Wir laufen uns jetzt seit einigen Jahren die Hacken ab. Wobei das schwierig ist, dadurch wir es ehrenamtlich machen und alle einem Brotberuf nachgehen müssen. Wobei der Grundtenor hier ist, weil man ja durchaus auch Footballfans aus großen Firmen hat, die dann aber sagen: Passt nicht zu unserer Mission Statement, passt nicht zu unserer Positionierung, passt nicht zu unserer Linie, die halt teilweise aus Chefetagen vorgegeben wird, oft gibt es persönliche Beziehungen auch zu anderen Sportarten.

Die AFL hat außerdem geographische Lücken, die in einer Präsentation fehlen. Salzburg, Linz etc., welche potentielle Sponsoren dann urgieren.

Wir haben jetzt einen Generalsekretär, der seit einigen Monaten die Klinken putzt. Hier gibt es einige interessante Gespräche. Wir haben auch unseren Anspruch was Ligasponsoring betrifft, hier geht es um eine höhere Summe, weil wir uns nicht unter Wert verkaufen wollen, etwas zurückgeschraubt. Wir haben das Ganze auch filetiert um mit Einzelgeschichten leichter zum Erfolg zu kommen. Das eine ist die rationale Geschichte – die Zahlen liegen vor zum Nachweis der entsprechenden Reichweite. Letztlich sind es aber auch Emotionen, die den Ausschlag geben, damit ein Sponsor zubeißt. Ein Entscheidungsträger muss einen emotionalen Bezug zu Football haben, damit er sich letztlich dazu durchringt es zu tun.

Zwischenfrage: Das Argument: Passt nicht zu unserer Mission Statement, passt nicht zu unserer Positionierung, passt nicht zu unserer Linie. Die Vikings scheinen diese Sorgen nicht zu kennen – da passt dann alles. Wieso? Hat man an den falschen Stellen bisher gesucht?

ME: Nein, man hat nicht an den falschen Stellen gesucht. Das sind ja zwei völlig unterschiedliche Philosophien. Die eine ist in einen erfolgreichen Sportler zu investieren. 'Der' kann durchaus auch eine Mannschaft sein. Aber die muss für etwas stehen. Da hat man es als Einzelsportler, oder einzelne Mannschaft viel leichter, als eine Liga. Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Es ist ja auch so, dass wir in Teilen denselben Weg gehen – Raiffeisen hat die C-EM bzw. das Nationalteam gesponsert. Für einen Sponsor geht es letztlich wie gut das Geld investiert ist und da ist es einfacher auf ein Team zu setzen, welches bereits Erfolg hat, als auf eine Liga, die über Österreich verstreut ist und wo wichtige Landeshauptstädte fehlen.

Was kann ein einzelner Verein tun, um zu Sponsoren zu kommen und zu mehr ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Organisation?

ME: Neben den bekannten Methoden meine ich indem man Minis und Schüler-Teams verstärkt und aufbaut.

Das ist doch erklärungsbedürftig, denn welchen größeren Sponsor interessiert Nachwuchssport?

ME: Gerne, denn dazu gibt es zwei schöne Fallbeispiele. Es ist richtig. Einem Sponsor per se ist die Nachwuchsarbeit in neun von zehn Fällen wohl egal. Nur hier muss man über den Tellerrand hinausblicken.

Minis und Schüler sind in einem Alter, wo die Spieler, also Kinder, noch von ihren Eltern zum Training gebracht werden. Weil das Training anderthalb, zwei Stunden dauert, auch die Zeit dann dort verbringen und zuschauen. Das ist die Gelegenheit die Leute anzusprechen, sie einzubinden in den Verein. Sehr häufig bringen sich Eltern dann nach einer Zeit auch von selbst in das System ein. Ein Beispiel, stellvertretend für sehr viele helfende Hände: Norbert Jobstmann, der Vater des Nationalteam-Quarterbacks. Vom interessierten Elternteil zum Top-Organisator ist es oft nur ein Katzensprung. Die Motivation bei Eltern, ein Teil der sportlichen Leidenschaft ihrer Kinder zu sein, ist enorm hoch. Das wird meiner Einschätzung nach noch immer bei vielen Vereinen unterschätzt und viel zu wenig 'ausgenutzt'. Daher: Minis und Schülerteams aufbauen und die Eltern folgen ihnen! So kann man im Prinzip eine komplette Organisation aufbauen. Es ist ja auch erkennbar. Siehe Steelsharks, siehe Invaders, siehe Titans und andere. Manche sind organisatorisch besser aufgestellt, wie andere und schau an – die haben Spieler in diesem Alter.

Das ist die organisatorische Seite. Wenn ich jetzt sage, dass in diesem Pool an Menschen – an Eltern - auch potentielle Sponsoren schwimmen, sie selbst sogar manches mal Entscheidungsträger in Firmen und Konzernen sind, oder hier Möglichkeiten haben Interesse zu wecken, dann läßt sich auch das an ganz konkreten Fällen festmachen. Ganz einfach: Fragen Sie mal die Vikings, Dragons und die Raiders, wo sie ohne Minis und Schüler heute organisatorisch und wirtschaftlich stünden?

Daher sollte man sich anschauen, was die Vereine, die hier keine, oder zumindest kleinere Sorgen haben getan haben, um ihre Situation zu verbessern. Nachmachen! Es haben alle bei Null angefangen. Es gibt da so simple Beispiel. Ein weiteres Fallbeispiel: Ein Verein braucht neue Dressen – ich nenne keine Namen, man kann das selbst erfragen bei den Teams – da meldet sich der Vater eines Spielers, der hier Beziehungen hat und auf einmal kostet diese Anschaffung nur mehr einen Bruchteil dessen, was sie davor gekostet hat. Das hilft – eine Gemeinschaft aufbauen bringt es!

Deshalb ist das Minis- und Schüleralter nicht nur wichtig um so früh wie möglich mit den Sport anzufangen, sondern das ist das Alter, wo man Eltern in den Verein mit hinein bekommen kann. Nicht alle, aber doch viele. Ein Jugendlicher, ein Junior – der kommt alleine zum Training in der Regel. Damit fehlt diese Verknüpfung. Und daher ist uns dieser Fokus auf diese Altersklassen in der neuen Nachwuchsregelung auch so wichtig. Es geht nicht alleine ums sportliche, sondern um die Zukunft der Vereine, weil sie dort Hilfe und Organisation finden.

Zusatzfrage: Es steht bei der Minis-Regel der Vorwurf manchmal im Raum, dass sich die Teams, die bereits Minis haben, einen weiteren Wettbewerbsvorteil damit verschaffen wollen, indem das Führen dieser Altersklasse mit Importsplätzen verbunden werden sollen.

ME: Den Vorteil haben die Vereine, weil sie mittlerweile die Eltern bereits an board haben, die bereits in der Organisation tätig sind. Sie haben dadurch einen organisatorischen oder vielleicht auch einen wirtschaftlichen Vorsprung. Dieser Vorsprung ist aufzuholen. Das wird einige Jahre dauern, aber gerade die Erfahrung dieser drei Vereine fließen in diese Nachwuchskonzept ein. Nämlich: je jünger du anfängst, desto besser entwickelst du dich sportlich gesehen und das Einbinden der Eltern fördert den Wachstums deines Programms in jeder Hinsicht. Daher legen wir den Fokus genau darauf und nicht, weil sich ein Verein dann mehr Imports holen kann. Es gibt auch Übergangsfristen – man muss nur jetzt damit beginnen. Es steht jeder im AFBÖ als Ansprechpartner zur Verfügung. Wir helfen dabei auch gerne. Kommen auch gerne. Auch ein Bernie Binstorfer in sportlicher Sicht. Auch ein Karl Wurm in wirtschaftlicher Sicht. Wir bieten das immer wieder an. Die Angebote müssen angenommen werden.

Ich bin stolzer Besitzer von NFL-Rocks (ein uralt Video). Ist eine Art AFL-Rocks geplant?

ME: Es wird ziemlich sicher eines Tages Zusammenschnitte aus AFL-Crush geben. Das kostet aber Zeit, Technik und Geld. Daher werden wir uns vorerst auf die laufende Berichterstattung konzentrieren, bevor wir Highlight-Videos produzieren. Ich gehe aber davon aus, dass es das mal geben wird. In kleinen Formaten gibt es das schon. Das sind aber mehr Motivations-Videos für das Nationalteam und daher so nicht zu veröffentlichen.

Zwei Fragen drehen sich um Cheerleading.
Kann man Cheerleading, als nicht Footballähnliche Aktivität, aus dem Verband ausklammern? Es stand ja zuletzt die Gründung eines eigenen Verbandes im Raum.

Cheeleader werden traditionell am ehesten dem Footballsport zugeordnet. In Österreich hat sich bislang niemand um die Cheers gekümmert, mit Ausnahme des AFBÖ, der das unter seine Fittiche nahm. Wir helfen ihnen und kümmern uns um sie. Damit sie zu entsprechend regulierten Meisterschaften und Bewerben kommen und das alles eine Struktur erhält. Von jeher waren und sind Cheerleader aus dem nicht Footballbereich willkommen, so wie man das auch in den demnächst stattfindenden Österreichischen Cheerleader-Meisterschaft sehen wird, wo ja etliche Teams nicht aus dem Football-Umfeld kommen und die gar nicht unzufrieden damit sind, was der AFBÖ für sie tut.

Das Ziel ist allerdings tatsächlich,Cheerleading zu einer eigenständigen Sportart überzuführen. Nur dafür müssen eine Vielzahl an Kriterien erfüllt werden, die man im Moment unter dem Dach des AFBÖ zu erfüllen versucht. Da sind wir schon sehr weit gekommen. Es gibt noch ein paar internationale Punkte zu erfüllen. Auch da gibt es Spaltungs-Tendenzen, die in Wahrheit alle Ziele in weite Ferne rücken lassen. Dadurch, dass wir uns dazu entschlossen haben Cheerleading als eine unserer drei Säulen zu definieren, ist der Sport derzeit mit dem AFBÖ verknüpft. Wenn ein Footballverein, der auch einen Cheerleaderverein hat dann sagt er macht etwas eigenes für nicht Football-Cheerleader , er bleibt dabei aber eh im AFBÖ, was ja eine Perversion an sich ist, denn wieder sollen 'Footballer' einen Cheerleader-Verband führen, halt nicht der AFBÖ sollte es tun, dann gefällt uns das nicht, weil es eben das Ziel in weite Ferne rücken lässt. Eben, dass es eine eigene Sportart ist. Ob das dann noch, wenn es eine eigene Sportart ist, direkt unter dem AFBÖ läuft, lasse ich schon eher offen. Vielleicht sind wir dann nur mehr eine Art 'Mutterschiff'. Natürlich muss sich der Sport dann auch strukturell verselbstständigen.

Den Vienna Knights wurde in einem Antrag des AFBÖ-Vorstandes zur Generalversammlung mit dem Ausschluss gedroht. Finden Sie es nicht der Mühe wert, die Vienna Knights auf der Verbandsseite vom Vorwurf des Verbandsschädigenden Verhaltens rein zu waschen?

ME: Wir haben niemals die Vienna Knights auf der Verbandseite des Verbandsschädigenden Verhaltens beschuldigt, daher besteht auch keine Veranlassung sie dort 'rein zu waschen'. Das war eine reine AFBÖ-interne Angelegenheit, die halt von irgendwelchen Menschen an die Medien getragen wurde. Dann sind diese Menschen selber dafür zuständig, aber nicht der Verband.

Zwischenfrage: War das nicht trotzdem eine etwas übertriebene Reaktion des AFBÖ?

ME: Wenn man so will, dann ist das eine harte Reaktion. Es geht aber auch darum, dass man hier klargestellt, dass wir Trennungstendenzen nicht zulassen werden. Dass die Knights hier selbst wie die Jungfrau zum Kind kamen, wussten wir zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Nach der Stellungnahme haben wir den Antrag auch zurückgezogen – da war dann ja alles klar. Man muss schon auch mal allen Footballvereinen sagen, dass sie für alle ihre Sparten verantwortlich sind. Und das die Cheerleader nicht irgendwelche Sateliten sind, die einem nichts angehen und da lustig eigenständig herumkreisen können. Wir hätten Flagfootball zum Beispiel niemals zu Staatsmeisterschaften bringen können, wenn wir da mit mehreren Verbänden agiert hätten. Es gibt nur eine Hauptstoßrichtung.

Wir kommen zu Einzelfragen: Wie stehen Sie zum Split bei den Styrian Stallions. Nun gibt es die Grazer Bears als neuen Verein. Gibt es dort genügend Spielermaterial für so viele Vereine?

ME: Theoretisch ja. Graz ist eines der größten Einzugsgebiete Österreichs. Ich denke, dass ist machbar. Noch dazu ist es eine Studentenstadt – genügend Potential. In der Theorie, wie gesagt. Die Entscheidung sich zu trennen, halte ich trotzdem für äußerst unglücklich. Nämlich für beide. Möglicherweise haben am Ende beide Teams zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Und das ganze wegen irgendwelchen persönlichen Unpässlichkeiten. Das macht nicht viel Sinn. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, gerade im Grazer Raum – 'es kann nur einen geben'. Die Giants haben alles überlebt. Von kurzer Dauer waren die Auftritte der Styrian Panthers und Styrian Longhorns. Ziel sollte es daher sein, weniger Footballvereine in der Region zu haben, dafür aber solide, gesunde Vereine, mit einer entsprechend umfassenden Organisation, die in ihren Regionen auch auf eigenen wirtschaftlichen Beinen stehen können. Daher gibt es hier auch ein Vermittlungsangebot, einen Vermittlungsversuch wenn man so will, von unserer Seite, um das wieder zu kitten.

Zusatzfrage: Fünf Teams in Tirol auf relativ engem Raum. Kannibalisiert man sich dort nicht bereits?

ME: In Randbereichen wird man sich vermutlich kannibalisieren. Auch da gab es ja Spaltungen. Das ist eine schöne Frage zur Anknüpfung an die 'mangelnde' Medienpräsenz. Gerade in Tirol haben die Raiders für einen derartigen medialen Wirbel gesorgt und dieses Land Tirol mit Meldungen in faktischen allen relevanten Medien zugedeckt, dass dadurch ein ziemlicher Football-Hype in diesem Bundesland entstanden ist. Daher in quasi fast jedem Tiroler Bezirk ein Footballteam entsteht. Man muss schauen, wie lange dieser Hype noch weiter zu reiten ist, oder ob es da irgendwann auch wieder eine Pause gibt, aber ich sehe drei bis vier Vereine in Tirol, die auch auf lange Sicht Chancen haben langfristig zu bestehen.

15:3…?

ME: Ich dachte, dass ÖFB Team hat 0:3 verloren?

Damit ist wohl die Abstimmung in der Generalversammlung gemeint bzw. die Stimmverteilung. 15 Teams wollten etwas, drei konnten das verhindern. Ist das die Demokratie im Verband?

ME: Ich denke, dass die 15 unterschiedliche Motive hatten für eine Änderung der Stimmverhältnisse zu stimmen. Wenn Demokratie angesprochen wird, kann man die in jede Richtung interpretieren. In Wahrheit haben die drei Teams mit den meisten Stimmen auch die meisten Mitglieder in Summe. Dieses Stimmverhältnis ist ja deshalb so eingeführt und von allen zunächst einmal angenommen worden, da es ein Belohnungsschema darstellt. Je mehr man tut, je mehr Sparten man aufbaut, je mehr Leute man hat, desto mehr Stimmen kriegt man auch. Wenn jetzt einer auf seinen faulen Hintern sitzt und nichts tut, dann hat derjenige halt weniger Stimmen, als einer, der etwas unternimmt.

Ich sehe hier aber auch Fehler, die wir gemacht haben, die teilweise auch am System liegen. Generalversammlung und Ligasitzung sind nur zwei Termine im Jahr, die noch dazu knapp hintereinander fallen. Ein Termin im November und einer im Jänner, wo man Zeit hat viele unterschiedliche Themen mit den Teams zu besprechen und hier werden zu viele Dinge in einen Topf geworfen. Würde man es schaffen alles fein säuberlich nach Thematik zu trennen, dann würde es diese Geschichte gar nicht geben. Was ich nämlich schon einsehe ist, dass Teams sagen, was haben Cheerleader- und Flagfootball-Stimmen bei Abstimmungen über Tackle-Football überhaupt verloren? Diese Kritik haben wir ernst genommen und das werden wir auch ändern. Dazu gibt es ja jetzt für die schriftliche Generalversammlung, die auch die Nachwuchsarbeit betrifft etc. ja auch einen diesbezüglichen Antrag des Vorstandes wie abzustimmen ist in Zukunft. Nämlich ohne die Stimmen der Cheerleader- und Flagteams, wenn es Tackle-Football betrifft. Man muss das auseinander klauben und in Folge auch das Stimmverhältnis eventuell adaptieren.

Zum Abschluss bitten unsere Leser um eine Vorschau auf die kommende Saison, die ja sehr 'komprimiert' verlaufen wird, auch aufgrund der Fußball-EM.

ME: Die Saison ist natürlich komprimiert. Wir haben weniger Spiele in der AFL. Die Saison ist nicht nur durch die EURO 2008 so kurz, sondern auch durch die Junioren-Europameisterschaft im Juli in Sevilla. Die B-EM ist jetzt ausgefallen. Eigentlich muss man auch hier sagen Gott sei Dank, wenn man sich den Terminplan ansieht. Wir haben trotzdem nicht viel Zeitspanne frei.

Sportlich wird die AFL eine interessante Geschichte werden. Die Nase werden die üblichen drei Verdächtigen vorne haben. Die Vikings sind durchaus mit den Patriots vergleichbar. Haben durchaus schon die selben Erfahrungen gemacht.

Zwischenfage: Sie mussten Strafe Zahlen für das Filmen einer gegnerischen Defense?

(lacht) Nein. Ich meine, sie haben bereits eine perfect season erlebt und am Ende das Finale verloren gegen die Raiders in Salzburg. All das gibt es auch in der AFL und davor sind die Vikings auch heuer nicht gefeit. Vikings, Giants und Raiders sind die Anwärter für die Austrian Bowl, bei Dragons, Devils und Black Lions kann es Überraschungen geben.

In der Division I sieht es so aus, dass die Vikings einige Abgänge in der AFL ersetzen müssen mit Vikings II-Spielern. Das Team II hat nicht die dringende Priorität die Division I zu gewinnen, sonder dient als Pool für die AFL. Es gab im Vorjahr einige Teams, die da knapp dran waren. Die Invaders machen auf mich einen guten Eindruck, was ihre gesamte Arbeit angeht. Die wollen es heuer wissen. Die wollen nicht wieder mit 'wir haben es grad nicht packt' abgespeist werden. Die St. Pöltener haben das Potential dazu den Titel zu holen. Die Vikings II werden es hier gar nicht leicht haben. Das gilt auch für einige andere Teams. Auch die Bulls machen den Eindruck als würden sie nicht vorhaben einfach die Flinte ins Korn zu werfen, sondern bauen ein junges Team auf. Es ist schwer einzuschätzen, wie sie sich präsentieren werden, ich denke aber, dass man mit den Salzburgern rechnen darf. Wo ich noch mal kurz zur A-Klasse-Regelung zurückkommen will. Auch Lukas Miribung und Marko Radovanovic sind keine A-Klasse-Spieler, nur weil sie jetzt bei den Raiders sind. Sie wollen ganz oben spielen, auch europäisch spielen und das ist nachvollziehbar.

Division II. Ich würde den Gladiators raten, diese Liga nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie sind sportlich über die anderen zu stellen, aber gespielt wird am Platz. Zu sagen, dass ist eh eine 'gmahte Wiesn' wäre keine gute Idee. Ich denke, dass die LA Titans hier sehr ambitioniert zu Werke gehen werden, da sie einiges zu beweisen haben. Von der ursprünglichen Konstellation mit Stallions und Thunder wäre es ganz interessant gewesen. Man muss jetzt sehen wie sich die Sache mit dem Split auf die Stallions auswirkt. Hier haben wir ja, wie gesagt, ein Vermittlungsangebot gemacht. Ich halte das für ein Unding, die Kräfte zu zerteilen. Amstetten Thunder beginnen jetzt wieder mit Nachwuchsarbeit, auch dort tut sich etwas, es kommen ganz gute Signale. Ich denke auch da kann es zu ganz interessanten Ergebnissen kommen.

Die Division III – die 'Westliga' halte ich für völlig ausgeglichen. Da ist alles möglich. Rams haben einen bekannten Neuzugang. Ich denke, dass wird sie ganz weit nach vorne bringen im Training.

Okay, darunter haben wir keine Liga mehr.

ME: Noch nicht (lacht). Aber wir haben eine Ladies-Liga!

Heuer erstmals mit internationaler Beteiligung?

ME: Das wird sich noch weisen. Das ist noch nicht ganz gegessen, aber wenn dem so ist, dann freut uns das sehr. Die Damen haben eine neue Referentin in Person der Sonja Kölbl, die sehr engagiert ist. Da wird sich auch einiges bewegen.

Vorletzte Frage: Gibt es ein Team in Österreich, welchem sie (insgeheim) die Daumen drücken?

ME: Allen unseren Nationalteams.

Letzte Frage, ein gewisser Guru – jedes weitere Kommentar erübrigt sich – will wissen, warum der Präsident jedes Jahr so inferior beim Fantasy Football abschneidet?

ME: Weil es für mich Spaß, Unterhaltung und Entspannung ist. Mehr nicht. Und weil ich nicht meine Kreditkarte dafür zücke, um in irgendwelchen war-rooms und kostenpflichtigen Insider-Foren die Auswirkung der Eisdicke eines Sees bei Cleveland auf die Wurfleistung des Quarterbacks diskutieren mag. Der Herr Guru ruft ja mittlerweile bei seinen Kollegen in Washington an und fragt sie wie das Wetter ist. Da würde ich mir komisch vorkommen.

Ich mir auch.

ME: Also dann sage ich Danke für das hervorragende Essen. Das Menü war erstklassig. Die Leser können aber ruhig erfahren, dass die versprochene Nachspeise ausfiel (lacht). Im Ernst: Du solltest ein Wirtshaus aufmachen, wenn du kochst bist du am besten.

Ich sage Danke für deine Zeit und das Gespräch. Die Sache mit dem Wirtshaus überlege ich mir noch. Beim Kochen kann ich leider nicht Schreiben.

ME: …






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